Freitag, 18. Mai 2007
Im Prinzip, das ist ja klar, macht den meisten von uns Shoppen Spaß. Shoppen ist ein bisschen so wie Surfen auf der Welle. Man weiß nie ganz genau, was kommt, der Horizont ist immer heiter und ein Fehltritt tut nicht weh. Ein permanenter Kitzel. Wo hast Du diese Sonnenbrille schon wieder her? Besonders Frauen sind hier hoch versiert. Aber auch die Männer kommen step by step auf den Geschmack.
Die Mehrzahl von uns Konsumenten geht gern einkaufen. Wenn’s auch etwas Mühe macht – der Verkehr, die Sache mit dem Parken – für viele bleibt es ein Genuss, in die Vielfalt schöner Städte einzutauchen. Gut machen sich auch Shopping-Center. Da gibt’s inzwischen auch fast alles außer Augenoptikern. Und oft, das muss man sagen, sind sie sauberer als manche Innenstadt.
City oder Center? Da ist es schwer, sich zu entscheiden. Natürlich gibt es solche, die das alles überhaupt nicht interessiert. Die klicken sich durchs Internet und kaufen gleich vom Sofa aus. Sie finden es bequemer. Doch das ist eine Minderheit. Die meisten von uns wollen sehen, was es Neues gibt – und vor allem spüren.
Das Gerede um die Mehrwertsteuer ist verstummt. Die Aktienmärkte boomen. Das Geschäftsklima ist laut Ifo-Institut von höchster Zuversicht geprägt. Steigende Kapazitätsauslastung der Industrie führt zu steigenden Investitionen. Der Mittelstand, Rückgrat unserer Wirtschaft, verdient wie lange nicht. Die Firmen rüsten auf und schaffen neue Jobs. Wir haben erstmals wieder weniger als 4 Mill. Arbeitslose mit weiter sinkender Tendenz.
Jetzt müssen nur noch die Kunden richtig animiert werden, damit sie auch an den Austausch ihrer veralteten Brillen und Sonnenbrillen denken. Macht die Läden inspirierender! Kunden wollen geführt werden durch das Angebot, zunächst nicht unbedingt durch Fachverkäufer. Wer gut ist, denkt dabei als sei er selbst Kunde in seinem Geschäft.
Er bietet damit Orientierung, die besonders den Männern entgegenkommt, die sonst doch hilflos bei der Auswahl sind. Er sendet seinen Kunden eine Botschaft. Dann wissen die schneller was der Trend ist und können ihre Vorabinformation aus den Modezeitschriften mit dem Angebot vergleichen und fühlen sich sicher. Dann müsste es mit dem Teufel zugehen, wenn dieser Boom an der Branche vorbeiziehen sollte.
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