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2. Januar 2021

02. Januar 2021

„Hallo?“, „Seid ihr schon drin?“, „Ich sehe dich nicht!“ und „Ich höre Sie. Können Sie mich auch hören?“ So beginnen viele Meetings heutzutage. Es sind die typischen Klassiker beim Start und während Videokonferenzen mit Teams, Skype oder Zoom. Auch wenn die Augenoptik nur wenige Schnittmengen in der täglichen Routine mit diesen neuen Formen der Zusammenkünften hat, sie werden immer häufiger im Kontakt mit Firmen, Kollegen oder in der Weiterbildung.

Im Jahr 2020 ist ganz Deutschland zusammen mit der halben Welt in diese Form der Digitalisierung gesprungen. Als die ersten Messen ausfielen, hieß es im Frühjahr: Jetzt brauchen wir Alternativen. Und es werden diese Alternativen sein, die bleiben, auch wenn die Pandemie irgendwann vorbei sein wird. Viele Menschen werden dann sicher nicht mehr so häufig im Homeoffice sitzen, wie es aktuell der Fall ist und es wird sicher wieder mehr gereist. Doch komplett zurück, wie es im Jahr 2019 war, wird es auch nicht mehr gehen. Vieles von dem, was wir jetzt erleben, wird bleiben und nachhaltig sein. 

Vom simplen Meeting über moderierte Fachseminare bis hin zu TV-Produktionen, die einer Samstagabendsendung zur besten Sendezeit gleichkommen, haben diese Formen der virtuellen Treffen Einzug gehalten – auch in unserer Branche. Und es geht gleich zu Jahresbeginn los. Wurden wir unseres großen Branchenevents Opti beraubt, schießen diese verschiedenen Angebote nun zahlreich empor. 

Neben virtuellen Messen, die mehrere Tage laufen, bis hin zu einmaligen Tagesevents und Round Table-Gesprächen ist alles dabei. Sie als Augenoptiker können bequem die Inhalte vom heimischen Sofa oder aus dem Teamraum Ihres Unternehmens mitverfolgen. Zum Teil sind diese Angebote noch wochenlang abrufbar. Eine Herausforderung dürfte dabei die Organisation des vollen Online-Event-Kalenders sein. 

Ist der Zeitaufwand für den Besuch beispielsweise einer 3-­tägigen Opti aufs Jahr gesehen überschaubar, werden die vielen, zum Teil parallel laufenden Angebote zum zeitlichen Hindernis. Allein das internationale Class Meeting Ende 2020 produzierte über sieben Wochen 180 digitale Vorträge rund um Kontaktlinsen in mehreren Sprachen. Auch die europäische Tagung Summit of Specialty Contacts für Kontaktlinsen lieferte den ganzen Sommer und Herbst jede Woche hochkarätige Inhalte.

Auch heimische Produktionen liefen im vergangenen Jahr zahlreich und vielschichtig. Diese Treffen hatten bisher vor allem Weiterbildungs- und Motivationscharakter. Doch wie sinnvoll sind virtuelle Treffen, wenn es um kollegialen Austausch oder gar um die Demonstration eines sonst fühlbaren Produktes wie einer Brillenfassung geht? Die Haptik, das Design und der Sitz sind kein Inhalt für den virtuellen Raum. Für das Herzstück der Augenoptik brauchen wir Messen und fühlbare Erlebnisse.

Doch leider: Zumindest für die ersten Monate dieses Jahres wird der klassische Messebau größtenteils weiterhin ruhen. Diese Verschiebung ist tragisch für die Zunft der Messebauer, Messeveranstalter und für Anbieter gigantischer Ausstellungsflächen. Stattdessen bringt er satte Zuwächse bei ­entsprechenden Anbietern für Software-Lösungen und ­Digitalevents samt ihrer Entourage aus Filmcrews und ­Moderatoren. Gleichzeitig bietet diese Verschiebung eine Chance zum Umdenken zu mehr digitalen Inhalten – auch bei zukünftigen Präsenzveranstaltungen. 

Wir haben uns in dieser Ausgabe einmal die Möglichkeiten dieser neuen digitalen Formate angeschaut (ab Seite 30). Einen kleinen, exklusiven Planer alternativer Veranstaltungen finden Sie dazu auf Seite 14. Doch da wird noch einiges hinzukommen, denn viele der von uns befragten Firmen werden noch nachlegen, haben sie uns versichert.

Was uns zu Jahresbeginn erwartet, sind hochkarätige Veranstaltungen. Hier werden Sie sicher eines nicht hören:
 „… ich habe Sie gehört, aber nach  ‚Zernike-Polynome‘ waren Sie plötzlich weg!“

„Hallo?“, „Seid ihr schon drin?“, „Ich sehe dich nicht!“ So beginnen viele Meetings heutzutage.

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