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15. November 2020

16. November 2020

Da sind wir also nun – mitten in der zweiten Pandemie-Welle. Warnungen, dass sie kommen würde, liegen Monate zurück und sie hat sich erst langsam, aber kontinuierlich und zuletzt mit Schwung aufgebaut. Doch die Erfahrungen aus dem Frühjahr haben uns nun in eine andere, etwas bessere Startposition gebracht. Viele Vorgehensweisen haben sich eingespielt oder können wieder abgerufen werden. 

Auch unser Wissen rund um das Virus, seine Ansteckungsmechanismen sowie einem sicheren ­Zusammenleben hat sich erweitert. Masken, Desinfektionsmittel und Klopapier sind nicht wirklich Mangelware und im Stadtbild ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Mal von ein paar durchgedrehten Aluhutträgern abgesehen.

Die augenoptische Branche wurde von den Beschränkungen in der Corona-Pandemie bisher weniger getroffen als befürchtet. Weder die großen Filialisten noch die traditionellen ­Augenoptiker haben größere Verluste hinnehmen müssen. Bisher. Um bei weiteren Beschränkungen eine Herumeierei zu vermeiden, ob ein augenoptischer Betrieb zum Einzelhandel gehört oder als systemrelevantes Gesundheitshandwerk geöffnet bleiben darf, wurden bereits Schritte unternommen. Denn in einigen Regionen wurden Betriebe im ersten Lockdown zum Teil nicht richtig zugeordnet und somit durch ­Ordnungsämter entsprechend geschlossen. Tagelang!

Damit sich dies nicht wiederholt, hat der ZVA Anfang Oktober mit vier weiteren Gesundheitshandwerken beim Gesundheitsministerium eine entsprechende, einheitliche Einstufung eingefordert. Eine Antwort auf den Brief ist man den Verfassern bis Druckschluss jedoch noch schuldig.

Was in den kommenden Wochen und Monaten auf uns alle zukommt, lässt sich also zu diesem Zeitpunkt nicht sagen. Doch sowohl die Adaptation an die neue Situation in unserer Branche als auch die Flexibilität der Industrie lässt hoffen. 

Kurze Wege haben sich dabei auch als hilfreich erwiesen. Welche Rolle der Standort Deutschland dabei spielt, haben wir uns genauer angeschaut. Somit haben wir uns in dieser
FOCUS-Ausgabe dem Thema „Made in Germany“ in besonderem Maße gewidmet. Wie wertvoll ist dieses Prädikat allgemein und in unserer Branche? Welche Vorteile bietet es ­gerade jetzt, in Deutschland zu produzieren? 

Letztendlich muss zur Beschaffung eines Produktes stets das Dreieck aus Qualität, Kosten und Lieferzeit beachtet werden, wenn es erfolgreich etabliert werden soll. Bringt es also ­Vorteile, seine Produktion ausschließlich in Deutschland ­anzusiedeln, wenn diese Konstanten berücksichtigt werden müssen? Oder ist dies hinfällig, wenn die globalen Mechanismen Lieferketten zusammenbrechen lassen, die am Ende auch Produktionen in Deutschland beeinträchtigen? 

23 Firmenvertreter haben uns ihre Sichtweise zum Standort Deutschland geschildert. Ihre Aussagen waren von Zuversicht und Überzeugung geprägt. 

In diesem Sinne. Weitermachen.

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