AMD: KI-System warnt vor Befall des zweiten Auges

21. Mai 2020

Forscher entwickeln Frühwarnsystem für das „gesunde Auge“

Wissenschaftler haben einen Weg gefunden, um vorherzusagen, ob Menschen mit der feuchten Form altersbedingter Makuladegeneration (AMD) die Krankheit auch auf ihrem anderen Auge entwickeln werden. Wie die britische Macular Society auf ihrer Website berichtet, haben Forscher des Moorfields Eye Hospital und des UCL Institute of Ophthalmology mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) einen Weg gefunden, um festzustellen, ob Patienten die Erkrankung wahrscheinlich auch auf ihrem „guten Auge“ entwickeln – und das bis zu sechs Monate im Voraus.

Das von Moorfields, dem KI-Spezialisten DeepMind und Google Health entwickelte KI-System ermögliche somit tendenziell eine genauere Überwachung des „guten Auges“ bei Patienten mit hohem Risiko oder könne in Zukunft sogar als Leitfaden für die Verwendung vorbeugender Behandlungen verwendet werden. Das System wird jedoch nicht in Kliniken eingesetzt, sondern zur Planung klinischer Studien zu vorbeugenden Therapien.

Pearse Keane, Augenarzt am Moorfields Eye Hospital, erklärte dazu: „Patienten, die aufgrund einer feuchten AMD das Sehvermögen verloren haben, sind häufig besonders besorgt, dass auch ihr gesundes Auge beeinträchtigt wird und sie dadurch blind werden. Wir hoffen, dass dieses KI-System als Frühwarnsystem verwendet werden kann und somit zur Erhaltung des Sehvermögens beiträgt.“ Laut Keane könne das System nicht für andere Arten von Makulakrankheiten verwendet werden und sei nur für Patienten mit feuchter AMD gedacht.

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