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Freitag, 10. März 2000

Augen-OP: Refraktive Augenoperationen I

Nicht alle Verfahren sind wissenschaftlich anerkannt

Kürzlich gab Prof. Dr. med. Werner Förster, Münster, vor der Presse eine Übersicht und Bewertung der heute bekannten refraktiven Operationen. Diese Eingriffe und die notwendigen prä- und postoperativen Behandlungen sind keine Kassenleistung. Die Patienten tragen die Kosten in Höhe von DM 2.500 bis DM 4.

500 pro Auge selbst.

Die Eingriffe werden derzeit unterschiedlich bewertet, erklärte Prof. Förster. Dabei werden Verfahren als wissenschaftlich anerkannt, in klinischer Erprobung oder als experimentell bezeichnet. Im Folgenden werden die unterschiedlichen refraktiv-chirurgischen Eingriffe kurz dargestellt und bewertet.



Photorefraktive Keratektomie (PRK)



Bei der photorefraktiven Keratektomie wird die Hornhautoberfläche nach Entfernung der obersten Hornhautschicht (Epithel) mit einem Excimer-Laser direkt behandelt und die Krümmung der Oberfläche durch den Einsatz des Lasers gezielt verändert. So wird z.B. zur Behandlung der Kurzsichtigkeit eine sehr dünne Schicht der Hornhautoberfläche mit dem Laser abgedampft und dadurch die Hornhaut abgeflacht. Das führt zu einer Verringerung der Brechkraft und damit auch der Kurzsichtigkeit.



Bis zu einer Korrektur der Kurzsichtigkeit von -6 dpt ist die PRK ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren. Sie sollte über einer Korrektur von -10 dpt nicht durchgeführt werden. Die Korrektur des Astigmatismus bis 3 dpt ist ebenfalls wissenschaftlich anerkannt.



Die Korrektur einer Hyperopie befindet sich noch immer im Stadium der klinischen Erprobung. Korrekturen über +5 dpt sollten nicht durchgeführt werden. Die beiden letzten Verfahren zeigen eine geringere Genauigkeit als die Korrektur der Kurzsichtigkeit.



Laser in situ Keratomileusis (LASIK)



Bei der LASIK wird durch ein Mikrokeratom zunächst ein Scheibchen der Hornhaut türflügelartig abpräpariert. Dieses Scheibchen wird zur Seite gelegt und anschließend die nun freiliegende Hornhaut wie bei der photorefraktiven Keratektomie behandelt. Bis zu einer Kurzsichtigkeit von -10 dpt ist die LASIK ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren. Über -12 dpt sollte die LASIK nicht angewandt werden. Für die Korrektur des Astigmatismus und der Hyperopie gilt die gleiche Einschätzung wie bei der photorefraktiven Keratektomie (PRK).



Laserthermokeratoplastik (LTK)



Bei der Laserthermokeratoplastik wird durch unterschiedliche Lasersysteme eine Erhitzung der Hornhaut punktförmig vorgenommen. Infolge dieser Erhitzung kommt es zu einer Änderung der Spannungsverhältnisse und somit zu einer Änderung der Hornhautvorderfläche. So wird zur Korrektur einer Hyperopie die Hornhaut als Folge der Operation steiler. Derzeit kann die Methode nicht eindeutig bewertet werden.



Radiäre Keratotomie (RK)



Bei der radiären Keratotomie werden gezielt radiäre tiefe Einschnitte in die Hornhaut vorgenommen, was zu einer Schwächung der Hornhaut führt. Infolge dieser Schwächung soll sich darin das Zentrum der Hornhaut bei der Korrektur der Myopie abflachen. Nach vorliegenden Studien sollte diese Operationsmethode nicht mehr angewandt werden, da sie unter anderem zu erhöhter Blendungsempfindlichkeit, zu Quellungszuständen der Hornhaut und damit Schwankungen der Brechkraft sowie der Sehschärfe führen kann.

| .(Javascript muss aktiviert sein, um diese Mail-Adresse zu sehen) am 10.03.2000 um 12:00 Uhr
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