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Montag, 13. März 2000

Augen-OP: Refraktive Augenoperationen II

Nicht alle Verfahren sind wissenschaftlich anerkannt

Kürzlich gab Prof. Dr. med. Werner Förster, Münster, vor der Presse eine Übersicht und Bewertung der heute bekannten refraktiven Operationen. Diese Eingriffe und die notwendigen prä- und postoperativen Behandlungen sind keine Kassenleistung. Die Patienten tragen die Kosten in Höhe von DM 2.500 bis DM 4.

500 pro Auge selbst.

Die Eingriffe werden derzeit unterschiedlich bewertet, erklärte Prof. Förster. Dabei werden Verfahren als wissenschaftlich anerkannt, in klinischer Erprobung oder als experimentell bezeichnet. Im Folgenden werden die unterschiedlichen refraktiv-chirurgischen Eingriffe kurz dargestellt und bewertet.



Astigmatische Keratotomie (AK)



Bei der astigmatischen Keratotomie werden gezielt z.B. parallel zum Hornhautrand angeordnete Schnitte in der Hornhautperipherie vorgenommen. Dieses Verfahren ist als wissenschaftlich anerkannt zu beurteilen. Es ist besonders geeignet zur Korrektur des Astigmatismus nach Katarakt-Operationen oder nach Keratoplastik. Die Genauigkeit für eine Vollkorrektur ist oftmals als zu gering zu bezeichnen.



Implantation intrakornealer Ringe bzw. intrakornealer Ringsegmente (ICR)



Bei der ICR-Methode werden in die Hornhaut gezielt Kunststoffsegmente eingebracht. In der Folge ändert sich wiederum die Hornhautoberfläche, und es kommt z.B. bei der Kurzsichtigkeitskorrektur zur Abflachung. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann diese Methode noch nicht eindeutig bewertet werden.



Implantation intrakornealer Linsen in phake Augen (Phakic IOLs)



Bei der Implantation intraokularer Linsen in phake (linsenhaltige) Augen wird vor die eigene natürliche Linse des Patienten eine zusätzliche künstliche Linse in das Auge implantiert. Die Linse kann z.B. in der Vorderkammer des Auges liegen, in die Iris eingeklemmt werden oder hinter die Iris, aber vor die natürliche Linse implantiert werden. Beim Versagen anerkannter Behandlungsmethoden wie Brille oder Kontaktlinsen befindet sich die Implantation intraokularer Linsen in phake Augen (Phakic IOLs) im Stadium der klinischen Erprobung zur Korrektur einer Kurzsichtigkeit über -10 dpt. Die Implantation intraokularer Linsen in phake Augen zur Korrektur der Myopie von weniger als -10 dpt muss derzeit als experimentell eingestuft werden.



Austausch der klaren Linse gegen eine Kuustlinse (clearlens exchange; CLE)



Bei dem CLE-Verfahren wird die natürliche Linse des Menschen entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt. Das Verfahren wurde bereits millionenfach zur Behandlung der altersbedingten Trübungen der menschlichen Linse durchgeführt. Derzeit kann aber das Risiko postoperativer Komplikationen (z.B. Netzhautablösungen) noch nicht endgültig abgeschätzt werden. Deshalb wird die CLE als im Stadium der klinischen Erprobung zur Korrektur der Myopie über -10 dpt und der Hyperopie über +5 dpt beim Versagen anerkannter Behandlungsmethoden wie Brille oder Kontaktlinsen eingeschätzt.

| .(Javascript muss aktiviert sein, um diese Mail-Adresse zu sehen) am 13.03.2000 um 12:00 Uhr
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