Augenoptiker-Innung Mittel- und Unterfranken: Abzocke Brillenträger

2. Mai 2006

Apollo Sonnengarantieversicherung

In einer Pressemitteilung der Augenoptiker-Innung Mittel- und Unterfranken heißt es:

Im Frühjahr 2005 bot die Firma Apollo-Optik GmbH & Co. KG (ein Unternehmen, das bekanntlich bundesweit zahlreiche Optik-Fachgeschäfte betreibt) beim Kauf einer Sonnenbrille eine sog. Sonnengarantieversicherung an. Zum Abschluss dieser – zusätzlich zu bezahlenden - Sonnenbrillenversicherung wurde der Kunde mit Sprüchen gelockt wie :

„Schlechtes Wetter, gute Laune : Bei Sonnenausfall Sonnenbrille geschenkt“
„Sichern Sie sich gegen trübe Zeiten ab“
„Mit der Sonnengarantieversicherung von Apollo-Optik ist Ihre gute Laune in diesem Sommer sicher!“

In der Werbung für die Versicherung hieß es weiter : „Wenn zwischen dem 01.06. und 30.09.2005 die Sonne zu wenig scheint (= weniger als durchschnittlich 500 Stunden gemessen vom Deutschen Wetterdienst), bekommen Sie Ihr Geld zurück und dürfen Ihre Sonnenbrille selbstverständlich behalten.“

Die Augenoptikerinnung für Mittel- und Unterfranken mit Sitz in Nürnberg (Körperschaft des öffentlichen Rechts) ist gegen diese Werbung vorgegangen, weil sie sie für wettbewerbswidrig und eine Irreführung des Verbrauchers hält. Die Versicherung bezieht sich nämlich nicht auf die Region in der der Kunde wohnt, sondern auf einen in der gesamten Bundesrepublik Deutschland bezogenen Durchschnittswert von nicht genannten ausgewählten Städten. Nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes war es noch niemals der Fall, dass der Durchschnitt von 500 Sonnenstunden für den Zeitraum von Juni bis September unterschritten wurde.

Dem Verbraucher wird somit eine Versicherung für ein tatsächlich nicht gegebenes Risiko verkauft und damit das Geld aus der Tasche gezogen, ohne dass eine Gegenleistung –Versicherungsleistung - zu erbringen ist. Apollo-Optik hat sich im Rechtsstreit vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth, Aktenzeichen: 4HK O 10036/05 verpflichtet, es zu unterlassen, eine Sonnengarantieversicherung anzubieten, die bei Unterschreiten einer durchschnittlichen Sonnenstundenzahl von 500 Stunden im Zeitraum vom 01.06. bis 30.09. eines Kalenderjahres eintritt, ohne zugleich darauf hinzuweisen, dass dieser Durchschnittswert in den der Versicherung zugrunde gelegten Orten in der Vergangenheit noch nicht unterschritten wurde.

Das Landgericht zur diesbezüglichen Werbung von Apollo-Optik wörtlich: „Insoweit liegt die Irreführungsgefahr für den Verbraucher klar auf der Hand.” Weiterhin hat das Landgericht Nürnberg-Fürth im Rechtsstreit, Aktenzeichen: 4HK O 10036/05 mit Urteil vom 05.04.2006 die Firma Apollo-Optik verurteilt es zu unterlassen, eine Sonnengarantieversicherung anzubieten, ohne darauf hinzuweisen, dass sich die für den Versicherungsfall maßgebenden Sonnenstunden nicht auf die Region des Kunden, sondern auf die durchschnittliche Sonnenscheindauer der nicht genannten ausgewählten Städte in der gesamten Bundesrepublik Deutschland bezieht.

Hans-Anton Walter, Obermeister der Augenoptikerinnung für Mittel- und Unterfranken hierzu: „Diese skandalöse Verbrauchertäuschung lässt nur den Schluss zu, dass es diesem Groß-unternehmen bei der Sonnenbrillenversicherung nur um Abzockerei geht; dem Kunden soll über den Kaufpreis für die Sonnenbrille hinaus nur das Geld für eine völlig sinnlose Versicherung aus der Tasche gezogen werden. Es gilt: Der Verbraucher gewinnt nie, die Versicherung immer“. Da Apollo-Optik bekanntermaßen stets versucht, durch den Hinweis auf die Preiswürdigkeit seiner Produkte Personenkreise anzusprechen, für die der Preis und das Sparen im Vordergrund stehen, verdient diese Abzockmasche besonderer Aufmerksamkeit.

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