Dienstag, 23. November 2010
Oft hilft schon eine neue Brille
Wenn das Autofahren im Dunkeln schwer fällt, befürchten viele Menschen sie würden an Nachtblindheit leiden. Das Nachlassen des Sehvermögens bei schlechten Lichtverhältnissen kann verschiedene Ursachen haben: „Ein kleiner Sehfehler, der bei guten Lichtverhältnissen möglicherweise gar nicht auffällt, bereitet nun deutliche Probleme“, nennt Dr. Georg Eckert ein Beispiel. Eine Brille oder Kontaktlinsen können hier sofort Abhilfe schaffen. Wenn bei einem Grauen Star die Linse getrübt ist und die Lichtstreuung im Auge zunimmt, so Eckert weiter, können Menschen sich schneller geblendet fühlen. Die Kataraktoperation – der Austausch der körpereigenen Linse gegen ein Kunststoffimplantat – stelle das Sehvermögen wieder her.
Wenn das Tageslicht schwindet, passen sich unsere Augen an die veränderten Lichtverhältnisse an: In unserer Netzhaut übernehmen dann die Stäbchen genannten lichtempfindlichen Zellen das Sehen, denn die für das Farbensehen zuständigen Zapfen funktionieren bei schwachem Licht nicht mehr. Die Stäbchen nehmen keine Farben war, weshalb wir im Dämmerlicht alles in Grautönen sehen. Damit überhaupt noch so viel Licht wie möglich ins Auge fällt, weitet sich zudem die Pupille. Das hat zur Folge, dass Sehfehler stärker auffallen.
„Eine echte Nachtblindheit ist selten“, erläutert Prof. Dr. Horst Helbig, Direktor der Universitäts-Augenklinik Regensburg. „Wenn die Funktion der lichtempfindlichen, für das Dunkelsehen verantwortlichen Stäbchen der Netzhaut gestört ist, kommt es, je nach Schweregrad, zu ausgeprägten Nachtsehstörungen, bis hin zur Nachtblindheit.“ Betroffene können sich im Dunkeln dann nicht mehr orientieren. „In diesen Fällen muss an eine erbliche Netzhauterkrankung als möglicher Auslöser der Funktionsstörung gedacht werden“, ergänzt Helbig. „In sehr seltenen Fällen kann aber auch ein Vitamin-A-Mangel vorliegen, der einfach diagnostiziert und gut behandelt werden kann.“
Quelle: BVA
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