Bücher: Brille ohne Interesse

23. Februar 1999

Interessante Statistik zum Kauf von Büchern

Der größte Feind des Buchhandels ist das Internet. Innerhalb weniger Jahre hat sich dort die weltweit größte Buchhandlung entwickelt. Jedes nur erdenklich Buch ist dort zu bekommen, das in irgendeinem Winkel der Welt gedruckt wurde. Seit kurzem gibt es auch einen deutschen Ableger dieses Unternehmens, amazon.

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Ein Feature des Internet-Angebots ist die Hitparade der am meisten bestellten Bücher. FOCUS-online wollte wissen, welche Bücher vom Verbraucher zum Thema Brille gekauft werden. Erstaunlich: Dieses Thema interessiert niemanden. So ist das Buch "Brillen des 20. Jahrhunderts" abgeschlagen auf Platz 194.729. Selbst das Kinderbuch "Max bekommt eine Brille", mit großem Aufwand gesponsert von der optischen Industrie, um die Akzeptanz der Brille bei Kindern zu erhöhen, kommt nur auf Platz 157.317. Diese Zahlen bedeuten, dass dieses Buch nur in jede 157.317ten Bestellung bei den Amazonen genannt wird. Das Buch von Vera Birkenbiehl "Die Brille" landet im Ranking der Amazonen immerhin auf Platz 35.238.

Ganz anders sieht es aus mit Büchern, deren Inhalt verspricht, man brauche keine Brille: Auf Platz 9.325 landet das Buch "Ohne Brille ins hohe Alter", das von dem Titel "Weg mit der Brille" mit Platz 5.822 weit übertroffen wird. Zum Vergleich: Der schon etwas angegraute Titel "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" wird dagegen immer noch mit jeder 291ten Bestellung angefordert.

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Verbraucher: Ende der Flaute?

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