Montag, 06. März 2000
Marburger Laienspielgruppe feiert große Erfolge
Nachtsicht lautet der beziehungsreiche Name der Theatergruppe der Marburger Blindenstudienanstalt, die mit "Pygmalion und die Lady" zur Zeit bereits ihr zweites Stück auf die Bühne bringt. Die acht Mitglieder der Gruppe sind blind bzw. sehr stark sehbehindert.
Die räumliche Orientierung auf der Bühne, und da besonders das Ende, finden sie durch Klebestreifen auf dem Boden.
Die helfen auch die richtigen Wege zu gehen. Zusätzlich dienen die zunächst eigentümlich anmutenden Trippelschritte der Schauspieler dazu, die übrigen Mitspieler zu orten und die richtigen Markierungen zu finden. Allerdings will man mit diesen schlurfenden Schritten das Stück zusätzlich ins Absurde ziehen, was durch die grotesken Kostüme noch unterstrichen wird.
Auch die Theatergruppe "NullOptik" der Blindenstudienanstalt übt seit 1997 und trat schon auf dem Jugendtheaterfestival auf. Jetzt soll es sogar ein Austausch mit anderen Blinden-Theatergruppen geben. Eine Truppe aus Neuwied hat sich mit dem Stück "Der kleine Prinz" in dem Marburger Gymnasium für Blinde und Sehbehinderte angekündigt.
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