Brillen-Profi: Mitarbeiter finden und langfristig binden

7. Dezember 2018

Lösungsansätze auf den Thementagen vorgestellt

Auf den Thementagen von Brillen-Profi in fünf Großstädten sind Mitte November Trends in den Fokus gerückt, welche die Branche anhaltend bewegen. Darunter der gravierende Fachkräfte- und Nachwuchs-Mangel. Als Lösungsansatz wurden vier Bausteine vorgestellt, die auch unangenehme Wahrheiten ans Tageslicht bringen.

Doch diese Zahlen machen die Misere deutlich: Pro Jahr gibt es rund 550 Meister-Absolventen - Tendenz fallend. Auf die Geschäfte in Deutschland umgerechnet würde jeder Unternehmer statistisch gesehen alle 22 Jahre einen Augenoptik-Meister „abbekommen“.

Noch gravierender der Azubi-Mangel. Laut aktuellem ZVA-Branchenbericht bildet nicht einmal jedes vierte Augenoptikgeschäft aus. 60 Prozent der über 2.700 neuen Azubis machen ihre Lehre allein bei Filialisten. „Wenn ich höre, dass jeder dritte befragte Augenoptiker keine Zeit für die Ausbildung habe, bleibt nur zu sagen: Kein Wunder“, kommentiert Bastian Schnuchel die Personal-Misere.

Der Geschäftsführer der Werbeagentur To.Eyes aus Kaufbeuren ist selbst Augenoptikermeister und wird jeden Tag von Kunden gefragt, die auf der Suche nach Mitarbeitern sind. „Fakt ist: Es bewirbt sich heute niemand mehr bei Ihnen, Sie müssen sich bei Ihren (zukünftigen) Mitarbeitern bewerben.“  Bastian Schnuchel stellte Lösungsansätze gegen Personalmangel mithilfe von vier Bausteinen vor.

1. Bestehende Mitarbeiter binden: Neben internen Coachings und externen Schulungen zeigte er verbindliche Angebote für Mitarbeiter, welche die Loyalität zum Unternehmen steigern.

2. Begeistern: Von fairer Bezahlung über leistungsbezogene Prämien bis hin zu modernen Arbeitszeitmodellen – je individueller, desto besser.

3. Bei 1,8 % Arbeitslosen-Quote in der Augenoptik muss man querdenken. Schnuchel legte anhand von praktischen Beispielen dar, welche branchenfremden Fachkräfte ein echter Gewinn für Verkauf, Werkstatt und Buchhaltung sind.

4. Ausbilden, ausbilden, ausbilden: „Wichtig ist aber bei der Azubi-Gewinnung: Sie konkurrieren nicht mit ihren direkten Mitbewerbern, sondern mit Banken, Dienstleistern, etc. Sie müssen begeistern!“ appellierte Bastian Schnuchel. Sei es über Praktika oder originellen Stellenanzeigen auf Social Media Plattformen wie Instagram.  Und gab noch einen weiteren Tipp mit: „Bröckeln ist tabu. Da bricht nicht nur das Glas, sondern auch gleich die Leidenschaft bei potenziellen Azubis“.

Ausblick: Für Brillen-Profis wird im kommenden Jahr eine Serie gestartet, die sich insbesondere diesen vier Bausteinen widmet.

 

(Foto: Brillen-Profi)
(Foto: Brillen-Profi)

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