Mittwoch, 30. März 2005
NDR zeigt Porträt in seiner Reihe "Sportclub Stars" am 8. April
Der schnellste blinde Marathonläufer der Welt, Henry Wanyoike aus Kenia, wird voraussichtlich zweimal in Deutschland an den Start gehen.
Dies geht aus einer Pressemeldung der Christoffel-Blindenmission (CBM) hervor, die den Sportler eingeladen hat. Die Läufe sollen stattfinden am 24. April in Hamburg und am 8. Mai beim Halbmarathon in Hannover. Während seines ersten Laufs in Hongkong verfehlte der Kenianer seine eigene Weltbestzeit von 2:33:20 nur um rund eine Minute. Insgesamt gewann er bei den Paralympics schon drei Goldmedaillen und er lief mehrere Weltbestzeiten.
Der junge Mann mit den schnellen Beinen, der schon während der Schulzeit Auszeichnungen für sportliche Höchstleistungen errang, erlebte im Mai 1995 seine bitterste Stunde: Im CBM-geförderten Kikuyu-Augenhospital stellten die Ärzte fest, dass seine Sehkraft nach einer Netzhauterkrankung nicht zu retten war. “Es dauerte zwei Wochen, bis ich das akzeptieren konnte”, erinnert sich der junge Sportler heute. “Nachdem mir klar war, dass ich wirklich erblindet war, bekam ich psychische Probleme: Ich konnte mich auf nichts mehr konzentrieren.” Eine wichtige Rolle habe damals Petra Verweyen von der CBM gespielt, die in Kikuyu ein Low-Vision-Programm leitete und den Sportler unterstützte.
Der NDR bringt am 8. April nach der Talkshow um Mitternacht in seiner Reihe Sportclub Stars eine Reportage über das Leben von Henry Wanyoike. Die Krönung seiner bisherigen Laufbahn könnte Wanyoike am 16. Mai in Lissabon bevorstehen, denn er ist von internationalen Journalisten für den Laureus-Award nominiert worden. Aus den Nominierungen der internationalen Sportfachpresse wählt die Laureus World Sports Academy die besten Sportler und Mannschaften der Welt. Diesen Top-Athleten wird der “Laureus” verliehen. Die im Jahr 2000 von Daimler Chrysler und Richemont gegründete Initiative versucht unter dem Motto “Spirit of Sport” die Kraft des Sports als Instrument für soziale Veränderungen zu nutzen und außergewöhnliche sportliche Leistungen zu würdigen. Die als “Oskar des Sports” bezeichnete Verleihung wird mittlerweile von einer Milliarde Zuschauern im Fernsehen verfolgt. Die Academy setzt sich aus rund 40 der weltweit größten Sportlegenden zusammen. Hierzu zählen Athleten wie z.B. der Tennisprofi Boris Becker, die Eiskunstläuferin Katarina Witt, die Fußball-Idole Franz Beckenbauer, Pelé oder Sir Bobby Charlton.
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