DBSV: Digitale Chancengleichheit für Blinde und Sehbehinderte gefordert

22. Mai 2020

Verbände verlangen gesetzliche Regelung zur Barrierefreiheit digitaler Angebote

Mit dem Beginn der Kontaktbeschränkungen hat ein Boom digitaler Angebote eingesetzt. Leider sei ein Großteil davon für blinde und sehbehinderte Menschen nicht nutzbar. Gemeinsam fordern deshalb der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) und der DBSV (Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband) eine gesetzliche Regelung zur Barrierefreiheit digitaler Angebote. „Während alle Welt bei der Digitalisierung fröhlich Vollgas gibt, werden wir ausgebremst“, stellt Klaus Hahn, Präsident des DBSV fest.

Gelegenheit zu einer gesetzlichen Regelung ergebe sich durch den European Accessibility Act (EAA). Die Richtlinie (EU) 2019/882 verpflichte die Mitgliedsstaaten der EU unter anderem dazu, den Online-Handel für Verbraucherinnen und Verbraucher barrierefrei zu gestalten. Die beiden Selbsthilfeorganisationen fordern ein ambitioniertes Gesetzespaket, das Spielräume zugunsten behinderter Menschen nutzt. „Wir erwarten, dass Deutschland auch Bereiche einbezieht, die vom EAA nicht erfasst sind, wie den beruflich genutzten Computer oder das Geschäftskonto“, betont die DVBS-Vorsitzende Ursula Weber. Parallel wird es darum gehen, in einer Reihe von europaweit gültigen Normen festzulegen, was Barrierefreiheit konkret bedeutet. DBSV und DVBS erwarten hier eine konsequente Einbindung behinderter Menschen.

DBSV und DSBV veröffentlichten ihre Forderungen anlässlich des Global Accessibility Awareness Day, der am 21. Mai 2020 zum neunten Mal stattfand. Ziel des Aktionstages ist es, die breite Öffentlichkeit über digitale Barrierefreiheit und Menschen mit Behinderungen zu informieren. Mehr Informationen zum Aktionstag unter https://globalaccessibilityawarenessday.org.

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