FOCUS Umfrage: Lernen digital

FOCUS Umfrage: Lernen digital

23. April 2020

Home Learning für Studierende der HFAK

Nicht nur Eltern und Lehrer können derzeit erfahren, was es bedeutet aus dem Stand heraus Lerninhalte auf anderen Wegen als durch den direkten Kontakt im Klassenraum zu vermitteln. E-Learning, Webinare, Videokonferenzen – mit einem Schlag wird die Nation ins digitale Zeitalter katapultiert. Während Lehrer an den normalen Schulen damit durchaus Schwierigkeiten haben, sind unsere Weiterbildungseinrichtungen für Augenoptik und Optometrie gut vorbereitet. Wir haben bei einigen Schulen nachgefragt. Heute: Höhere Fachschule für Augenoptik in Köln, Teil. Schulleiter Dr. Andreas Berke beantwortet unsere Fragen.

 

FOCUS: Wie organisiert sich aktuell die HFAK?

Berke: Die HFAK ist eine staatliche Ersatzschule, was bedeutet, dass wir uns streng an die Vorgaben des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Schule und Bildung halten müssen. Die Schule ist daher zwangsweise geschlossen. Das Sekretariat ist nach wie vor besetzt. Die Schulleitung ist mindestens an drei Tagen in der Woche anwesend. Der Rest wird im Homeoffice erledigt. Für alle Dozenten besteht die Verpflichtung, dass sie während der üblichen Schulzeiten erreichbar sein müssen. Es sind also keine verlängerten Osterferien. Wir nutzen diese Zwangsschließung dazu, Renovierungsarbeiten und andere Handwerkerarbeiten in der Schule durchzuführen.

FOCUS: Wie geben Sie Inhalte weiter an die Studierenden?

Berke: Die Studierenden erhalten von allen Dozenten Skripte und andere Unterrichtsmaterialien, die sie bearbeiten müssen. Darüber hinaus gibt es konkrete Arbeiten mit Aufgaben, die von den Studierenden ausgeführt und an die Dozenten zurückgesandt werden. Für Fragen stehen die Dozenten online zur Verfügung. Der Versuch über eine Schul-Cloud die Unterrichtsmaterialien zu verteilen, ist an der Überlastung dieser Cloud gescheitert. Unsere alternative Kommunikationsweise hat sich aber sehr gut bewährt.

FOCUS: Wie kann man nun Praxis vermitteln – oder ruht dieser Bereich erst einmal?

Berke: Die Praxis muss zwangsweise ruhen. Das Üben am Phoropter oder an der Spaltlampe lässt sich online schlecht realisieren. Wir arbeiten aber an einem Konzept, wie nach dem Ende der Zwangspause die Praxispause schnell aufgearbeitet werden kann. 

FOCUS: Wie sind die Reaktionen der Studierenden?

Berke: Da die nordrhein-westfälische Landesregierung ihre Entscheidung zur Schließung aller Schulen erst an einem Freitagnachmittag, nachdem alle Studierenden bereits die Schule verlassen hatten, bekannt gegeben hat, konnte ich mir keinen direkten Eindruck von den Reaktionen seitens der Studierenden auf die Schulschließung machen. Aus den Reaktionen auf unseren „Ersatzunterricht“ kann man aber den Schluss ziehen, dass die Studierenden unserer Vorgehensweise positiv gegenüberstehen.

FOCUS: Wie können Sie Leistungen überprüfen?

Berke: Nach einer aktuellen Schulmail des Schulministeriums gilt für alle Schulen, dass der Unterrichtsstoff, der in der Zwangspause von der Studierenden aufgrund der verteilten Materialien erarbeitet werden soll, nicht prüfungsrelevant sein darf. Es ist darauf zu achten, dass der Stoff beherrscht wird, da der nachfolgende Unterricht darauf aufbaut. Ich halte meine Studierenden für sehr verantwortungsbewusst, sodass ich darauf vertraue, dass sie sich den Unterrichtsstoff gewissenhaft erarbeiten. Die Fragen, die sie an die Dozenten stellen, und die Ausarbeitungen, die sie abliefern, lassen diesen Schluss zu.

 

Von Silke Sage, FOCUS Aprilausgabe 2020

 

„Die Studierenden erhalten von allen Dozenten Skripte, die sie bearbeiten müssen. Darüber hinaus gibt es konkrete Arbeiten mit Aufgaben, die von den Studierenden ausgeführt und an die Dozenten zurückgesandt werden. Für Fragen stehen die Dozenten online zur Verfügung.“

Bild: Dr. Andreas Berke, HFAK

Kommentieren

Kommentieren in diesem Channel-Eintrag nicht mehr möglich