Forschung: Künstlicher Muskel bewegt gelähmte Augenlider

18. März 2009

Prothese für’s Gesicht

Eine neue implantierbare Prothese soll Menschen mit Lähmungen im Gesicht ermöglichen, ihre Augenlider wieder zu bewegen, das berichtet das Magazin New Scientist. Die Erfindung haben sich US-Forscher von der Universität von Kalifornien in Davis patentieren lassen. Bisher ersetzten äußerlich getragene Prothesen lediglich fehlende oder gelähmte Extremitäten.
Bei dem Verfahren implantieren die Wissenschaftler Patienten mit Gesichtslähmungen künstliche Polymermuskeln direkt unter die Haut des Schädels. Die künstlichen Muskeln ziehen an Fäden, die die Forscher zuvor mit dem unteren und oberen Augenlid verbunden haben. Will ein Patient seine Augen verschließen, gibt das Gehirn normalerweise den Muskeln den Befehl, die Augenlider zu bewegen – nur dass diese bei einer Gesichtslähmung nicht mehr gehorchen. Die Polymermuskeln können diese elektrische Aktivität aber erkennen und übernehmen stattdessen die Aufgabe der gelähmten Gesichtsmuskeln.

In Zukunft könne die Erfindung auch genutzt werden, um Augenlidreflexe nachzuahmen. Beispielsweise schließt der Mensch die Augen automatisch, um sie vor grellem Sonnenlicht oder herannahenden Insekten zu schützen. Um diesen Reflex nachzuahmen, müsste noch ein entsprechender Sensor implantiert werden. Die Wissenschaftler können sich noch weitere Anwendungen für die implantierbare Prothese vorstellen, beispielsweise in Form einer künstlich bewegten Membran, die gelähmten Menschen beim Atmen hilft. Implantate könnten bei diesen Patienten auch wieder Leben in Finger oder Hände bringen.

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