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Dienstag, 16. November 1999

Katarakt: Auswirkungen der Operation

Wie wirkt sich der Eingriff auf das beidäugige Sehen aus?

Das binokulare Sehen bei einem Drittel der Patienten, die nur auf einem Auge operiert wurden, ist erheblich gestört, das fand Diana Gäbler in ihrer jüngst prämierten Diplomarbeit an der Fachhochschule Jena heraus (FOCUS-online vom 4. November). Bei 21 der Operierten zeigte sich eine Bildgrößendifferenz von mehr als 5%, die gemein hin als Grenzwert für das Auftreten von Beschwerden gelten.

Nach der zweiten Operation litten nur noch 2 von 30 Patienten unter einer Bildgrößendifferenz von < 5%.



Des weiteren wurde bei 49 Staroperierten eine Heterophorie gemessen. Nach Korrektur bestätigten die Patienten spontan eine Verbesserung des Sehvermögens.



Bei der Bewertung der Ergebnisse sind sich Prof. Strobel (Ophthalmologie) und Prof. Methling (Augenoptik) einig: Es besteht dringender Handlungsbedarf zum Wohle der Graue-Star-Patienten. Nach jeder Implantation einer Intraokularlinse sollte eine präzise Untersuchung des beidäugigen Sehens stattfinden. Besteht nach dem Eingriff am ersten Auge eine zu große Bildgrößendifferenz, so kann sie durch eine rasche Operation am zweiten Auge am besten korrigiert werden. In den USA wird dies meist so gehandelt. Der Jenaer Klinikdirektor Prof. Strobel: „Hier müssen wir in Europa umdenken.“ Prof. Methling assistierte: „Eine präzise Untersuchung des binokularen Sehens dauert heute etwa nur 30 Minuten.“ Die dazu notwendigen Geräte sind am Markt verfügbar und bezahlbar.

Forschung & Medizin | .(Javascript muss aktiviert sein, um diese Mail-Adresse zu sehen) am 16.11.1999 um 12:00 Uhr
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