Donnerstag, 25. März 1999
Vom chirurgischen Nähgarn bis zur reizarmen Kontaktlinse
Forscher suchen nach maßgeschneiderten Polymer-Kunststoffen für die Medizin. Denn das Hauptproblem der medizinischen Verwendung der bisher bekannten Polymere ist die fehlende Biokompatibilität. Jeder KL-Anpasser kennt die Probleme aus seiner Praxis: Polymere sind für den Körper und das Auge Fremdkörper.
Deswegen wehrt er sich mit einer Vielzahl von Reaktionen gegen das künstliche Material. Der Anpasser hat mit ihnen in den vielfältigen Ablagerungen und Irritationen am Auge zu tun.
Biokompatible Polymere würden diese Reaktionen nicht auslösen. "Solche Materialien gibt es aber bisher praktisch nicht", sagte Hartwig Höcker, Polymerforscher an der TH in Aachen. Zunächst müsse man genau wissen, wie der Körper in der Auseinandersetzung mit verschiedenen Kunststoffoberflächen jeweils reagiert. Maßgeschneiderte Polymere schweben den Forschern vor - künstliche Materialien, die sich perfekt an lebendes Gewebe anpassen. Das Projekt ist bisher also noch Zukunftsmusik.
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