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Freitag, 26. März 1999

Legastheniker: Rasterbrillen sind Unsinn

Echte Hilfe oder Humbug?

An Sehhilfen für Legastheniker tummelt sich so einiges auf dem deutschen Markt - von Rasterbrillen über farbige Filter bis hin zu Okklusionen. Eine unnütze zusätzliche Belastung für die Kinder, die sowieso schon mit seelischen Problemen und Schulstress zu kämpfen haben. Nicht nur das, einige der sogen.

Therapien können den Augen sogar schaden.

Prof. Dr. Wolf Dieter Schäfer von der Universitäts-Augenklinik in Würzburg verdammt die Rasterbrille. Diese Brille, von Sehtrainern u.a. auch für Legastheniker angepriesene Brille mit schwarzen Gläsern, in denen im Abstand von 3 mm winzige Löcher befinden. Durch dieses Raster sollen die unbewussten raschen Blicksprünge des Auges verstärkt werden, die den Sehpurpur vor dem Ausbleichen schützen. Prof. Schäfer: "Hier hat man optische und physiologische Phänomene willkürlich verknüpft und aus diesem Konstrukt die falschen Folgerungen gezogen."

Einem Kind eine solche Brille aufzuzwingen, hält er für unvertretbar und sinnlos. Davon einmal abgesehen, kann diese Brille irreversible Schäden anrichten. Aus latentem Schielen kann sich nach seiner Ansicht so leicht ein manifester Strabismus mit Diplopie entwickeln. Prof. Schäfer: " Man kann nur hoffen, dass Kinder diese Dinger so schnell wie möglich wegwerfen, denen eine solche Rasterbrille aufgezwungen wird."

| .(Javascript muss aktiviert sein, um diese Mail-Adresse zu sehen) am 26.03.1999 um 12:00 Uhr
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