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Dienstag, 31. August 2010

Medizin: Biosynthetische Hornhaut

Neue Sicht durch Hefezellen

Für Menschen, die durch Krankheit oder Verletzung eine beschädigte Hornhaut davongetragen haben und dadurch erblindet sind, gibt es Hoffnung, das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Demnach könnte es in Zukunft möglich sein biosynthetisch hergestellte Hornhäute bei den betroffenen Personen einzusetzen. In einer Studie schwedischer und kanadischer Forscher wurden zehn Patienten mit diesen künstlichen Hornhäuten versorgt und beobachtet. Alle Studienteilnehmer standen demnach auf der Warteliste für eine Spender-Hornhaut. Zwei Jahre nach der Operation hatten körpereigene Zellen die Transplantate besiedelt, und beschädigte Nerven hatten sich regeneriert.

Bei keinem der Patienten sei es zu einer Abstoßungsreaktion gekommen, obwohl die Probanden keine Medikamente nahmen, die ihr Immunsystem unterdrückten. Bei sechs Patienten hatte sich zudem die Sehfähigkeit deutlich gebessert. Bei der Verwendung von Kontaktlinsen entsprach die Sehfähigkeit bei allen zehn Probanden derjenigen, die nach der Transplantation eines Gewebes von einem menschlichen Spender zu erwarten ist.
Möglich mache es ein Kollagen, aus dem die biosynthetischen Hornhäute unter anderem bestehen. Eine kalifornische Firma hatte es mit Hilfe von Hefezellen hergestellt. Allerdings müsse sowohl die Produktion des Gewebes als auch die Langzeitfolgen der Transplantation noch genauer untersucht werden, bevor biosynthetische Hornhäute als vollwertiger Ersatz für menschliche Spender-Gewebe gelten können, heißt es weiter.

Forschung & Medizin | .(Javascript muss aktiviert sein, um diese Mail-Adresse zu sehen) am 31.08.2010 um 04:05 Uhr
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