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Dienstag, 30. März 2010

Medizin: Intraokularlinsen werden immer besser

Optische Nebeneffekte verringert

Die Technologie bei den Intraokularlinsen (IOL) habe in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht, das berichtet die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V. (DOG) in einer Mitteilung. Demnach kommen Patienten nach der Operation eines grauen Stars immer häufiger ganz ohne eine Brille aus. Bei der neuesten Generation sogenannter apodisierter IOL treten Probleme im Kontrastsehen, wie es bei multifokalen IOL häufig vorkomme, nun nur noch in geringerem Maße auf. Durch ein verändertes Design werden optische Nebeneffekte wie Lichthöfe, Blendung und Überleuchtung verringert, so Thomas Kohnen, stellvertretender Direktor der Klinik für Augenheilkunde an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. In einer europäischen Multi-Center-Studie, an der auch die Universitätsklinik Frankfurt teilnahm, seien die meisten Patienten mit dem Ergebnis zufrieden gewesen. “Die Patienten sehen nicht nur in der Nähe und Ferne scharf. Auch im Zwischenbereich, wichtig für die Computerarbeit, ist die Sehleistung oft zufriedenstellend. Insgesamt 88 Prozent der Patienten konnten nach der Operation vollständig auf eine Brille verzichten”, berichtet Kohnen.

Nach dem Eingriff sei jedoch etwas Geduld nötig. Denn es kann bis zu zwölf Monate dauern, bis sich die Betroffenen vollends an die neue Linse gewöhnt haben. “In dieser Zeit stellen sich Auge und Gehirn auf die IOL ein, so dass sich das visuelle Ergebnis noch verbessern kann”, erklärt Kohnen.
An der Studie nahmen vor allem Patienten teil, die wegen eines grauen Stars ohnehin eine neue Linse benötigten. Einige hatten sich aber allein aufgrund ihrer Presbyopie zu dem Eingriff entschlossen, weil sie auf eine Lesebrille verzichten wollten. Dies sei nach Auskunft des Experten derzeit noch die Ausnahme. Mit zunehmender Erfahrung dürften die Operationszahlen jedoch steigen, so Kohnen, der die neuen Möglichkeiten der Linsenimplantation auch auf dem World Ophthalmology Congress (WOC 2010) vorstellen werde. Der weltweit größte Kongress zur Augenheilkunde findet im Juni in Berlin statt.

Literatur:
Thomas Kohnen, Rudy Nuijts, Pierre Levy, Eduard Haefliger, Jose´ F. Alfonso:
Visual function after bilateral implantation of apodized diffractive aspheric multifocal intraocular lenses with a D3.0 D addition. In: Journal of Cataract& Refractive Surgery 2009; 35:2062–2069

Forschung & Medizin | .(Javascript muss aktiviert sein, um diese Mail-Adresse zu sehen) am 30.03.2010 um 06:00 Uhr
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