Medizin: Kunststoffringe gegen Keratokonus

29. August 2005

Implantate spannen Hornhautgewebe auf

Eine neue Technik soll Patienten mit Hornhauterkrankungen Wartezeiten auf einen passenden Organspender ersparen. Die Implantation von speziellen Kunststoffringen mit einem Femtosekunden-Laser – so genannte Keraringe - könne vor allem Patienten helfen, die unter einer Vorwölbung (Keratokonus) oder starker Verkrümmung der Hornhaut leiden.

Dies geht aus einer Pressemeldung einer Hamburger Augenklinik hervor. Zwei der transparenten Halbringe mit einem Durchmesser von 5 mm werden in zuvor präparierte Tunnel im Hornhautgewebe eingesetzt, die mit dem Laser angelegt worden sind. Auf diese Weise spannen sie das Hornhautgewebe auf, vergleichbar mit den Metallstreben eines Regenschirms. Unterschiedlich wählbare Ringdicken sollen Hornhautverkrümmung und Kurzsichtigkeit mindern. Die verbesserte optische Wirkung stelle sich innerhalb einiger Tage ein. Die Ringe sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen und können dauerhaft in der Hornhaut belassen werden.

Die Methode soll auch Mehrfach-Operationen vermeiden. Da die ersten Symptome eines Keratokonus oft schon in der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter auftreten und die Lebensdauer einer transplantierten Hornhaut ohne jedwede Komplikation bei höchstens 20 Jahren liege, müssten junge Patienten damit rechnen, in ihrem Leben bis zu dreimal eine Spenderhornhaut transplantiert zu bekommen. Durch die Implantation der Kunststoffringe könne eine Hornhautverpflanzung hinausgezögert oder gar ganz vermieden werden.

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