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Freitag, 25. Februar 2000

Mond: Warum ist der Mond so groß?

Ein Rätsel, das heute niemand gelöst hat und nur gedeutet werden kann

Konfuzius, so die Legende, traf zwei Jungs, die über die Entfernung der Sonne zur Erde stritten. Der eine: "Mittags ist die Sonne am heißesten, also muss sie näher zur Erde stehen als morgens." Der andere: "Morgens, bei Sonnenaufgang, ist sie näher, denn dann erscheint sie größer!" Das gleiche Phänomen kennen wir beim Mond.



Der New Yorker Wahrnehmungspsychologe Lloyd Kaufmann versucht jetzt eine Erklärung in der US-Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences. Dort beschreibt er ein Experiment, wie er mit Hilfe eines Computers, eines Overhead-Projektors und eines Spiegels die optische Täuschung in seinem New Yorker Labor simulierte.



Kaufmanns Versuche zeigen, dass unser Gehirn immer noch eine recht mittelalterliche Vorstellung vom Gehirn hat: Wir sehen den Himmel wie er in alten Holzstichen gezeichnet wurde, als abgeflachtes Zelt. Der Abstand zum Rand dieses Zeltes erscheint weit, während die Kuppel nah und flach wirkt. Diese irrige Auffassung bringt das Gehirn in eine Zwickmühle, so Kaufmann. Wenn sich ein Objekt an der Innenseite dieses Gewölbes entlangbewegt, müsste es vom "fernen" Horizont ein kleineres Bild auf die Netzhaut werfen als vom "nahen" Zenit. Tatsächlich ist die Abbildung des Mondes im Auge immer gleich groß.



Von der Richtigkeit seiner Erfahrung überzeugt, scheint das Gehirn den Fehler kurzerhand dem Mond zuzuschieben. Denn, wenn das Netzhautbild des Mondes am Horizont genauso groß ist wie im Zenit, dann muss der Mond gewachsen sein, wenn er am fernen Horizont auftaucht.

| .(Javascript muss aktiviert sein, um diese Mail-Adresse zu sehen) am 25.02.2000 um 12:00 Uhr
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