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Mittwoch, 16. Januar 2008

NetNews: Aufschwung als Thema bei Anne Will

Rodenstock schiebt den Kunden den schwarzen Peter zu

Mit dem Thema Aufschwung beschäftigte sich Anne Will am 13. Januar in ihrer Talkshow, die im ersten deutschen Fernsehen ausgestrahlt wird. Zu den geladenen Gästen zählten Arbeitsminister Olaf Scholz, FDP-Chef Guido Westerwelle (freie demokratische Partei, Berlin), der DGB-Vorsitzende Michael Sommer (Deutscher Gewerkschaftsbund, Berlin), BDA-Vizepräsident Randolf Rodenstock (Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände, Berlin) und Lilo Friedrich, Unternehmerin und ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete (Soziale Partei Deutschlands, Berlin). Es gebe so viele Gründe, warum der Aufschwung nicht bei allen ankomme und Anne Will kaute sie alle durch, erklärte die Welt online im Anschluss an die Gesprächsrunde.
Will konfrontierte die Gäste mit der Situation eines Kochs: Er müsse mit 1.600€ im Monat auskommen und davon seine Frau und sein Kind ernähren. Den Ausweg aus dieser Lage sucht die Familie, indem sie nach Mallorca auswandert.
Rodenstock schob den Endverbrauchern den schwarzen Peter zu, weil diese sich weigern, die höheren Kosten zu tragen. Nachdem er mehrfach die Verantwortlichkeit gegenüber seinen Mitarbeitern betont hatte, erinnerte die Moderatorin den Unternehmer an ein Ereignis aus 2003: Das Unternehmen wurde an eine „Heuschrecke“ verkauft; 350 Jobs gingen verloren, obwohl die Mitarbeiter auf 20% ihres Lohns verzichtet hätten. Rodenstock erläuterte, das war fair, situationsgerecht und auch strategisch richtig.

Auch die anderen Teilnehmer suchten den Verantwortlichen nicht bei sich selbst: Westerwelle erklärte, der Staat sei verantwortlich und forderte ein niedrigeres, einfacheres, gerechteres Steuersystem sowie die Senkung der Lohnnebenkosten. Der DGB-Vorsitzende Sommer sah die Unternehmer als schuldig an: Es fehle vielfach an Verantwortungsbewusstsein für die Mitarbeiter. Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) fehlte es an einem Miteinander zwischen Gewerkschaften und Arbeitnehmern und Lilo Friedrich beklagte, die großen Unternehmen würden ihre Arbeitnehmer nicht mehr als Menschen sehen.

Netnews | Maralen Busche am 16.01.2008 um 06:01 Uhr
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