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Mittwoch, 24. November 2010

NRW: Gemeinsame Forderung von Wirtschaft und Freie Berufe

„Arbeits- und Sozialverhalten muss weiterhin auf Zeugnissen beurteilt werden“

Heute wird die Anhörung zu den Änderungen zum Schulgesetz des Landes NRW im Ausschuss für Schule und Weiterbildung des Landtags NRW ausgewertet. In einer gemeinsamen Pressemitteilung fordern die Industrie- und Handelskammer NRW, der Verband Freier Berufe NRW, die Landesvereinigung der Unternehmensverbände NRW sowie der Westdeutsche Handwerkskammertag, dass Arbeits- und Sozialverhalten weiterhin auf Zeugnissen beurteilt werden müsse. Viele als „schlechte Schüler“ bezeichnete Jugendliche hätten einen Ausbildungsplatz erhalten, heißt es in der Pressemitteilung, weil sie eine gute Beurteilung ihres Arbeits- und Sozialverhaltens in ihrem Bewerbungszeugnis vorweisen konnten. Hilfreich sei diese Beurteilung für die Ausbildungsbetriebe, die häufig keine eigene Personalabteilung haben und die keine Auswahlverfahren über Assessment-Center durchführen. Der Beurteilung der jungen Menschen durch die Schule komme eine große Bedeutung insofern zu, als die Bewertung in den Abgangsklassen ein Bild der sozialen und persönlichen Fähigkeiten über einen längeren Zeitraum zeichnet. Sie helfe Unternehmen ohne diagnostischen Aufwand, Kompetenzen einzuschätzen, um jungen Menschen die Chance auf einen passenden Ausbildungsplatz zu eröffnen.

Die Äußerung der Ministerpräsidentin des Landes NRW, Hannelore Kraft, anlässlich des Spitzengesprächs Ausbildungskonsens NRW, dass die Landesregierung auf eine Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens von Schülerinnen und Schülern in NRW nicht verzichten wolle, stimme laut Pressemitteilung Wirtschaft und Freie Berufe erwartungsvoll. Denn die Spitzenverbände von Wirtschaft und Freien Berufen in NRW lehnen die geplante Abschaffung der Beurteilung des Arbeits- und Sozialverhaltens beziehungsweise die Entscheidungshoheit der Lehrkräfte darüber, ob das Arbeits- und Sozialverhalten bewertet wird oder nicht, ab. Eine Bewertung dieser Kompetenzen sei unverzichtbar, um die Aussagekraft von Zeugnissen zu erhöhen, vor allem in den Abschlussklassen im Übergang von der Schule in den Beruf.

Netnews | Katica Djakovic am 24.11.2010 um 03:00 Uhr
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