Schleifen mit Landlustfaktor

Schleifen mit Landlustfaktor

15. November 2013

Zehn Jahre Einschleifservice Bahr

Mit einem Einschleifservice startete Döhrte Bahr ihre Selbstständigkeit vor zehn Jahren. Sie traf damals den Nerv des Marktes. Mittlerweile ergänzen weitere Standbeine, wie ein Magnetclip-System und eine Randlosfassung zum Kleben ganz ohne Schrauben das Unternehmenskonzept.

Er liegt schon etwas ländlich, der Bezirk Nächstebreck in Wuppertal. Dort am Rande eines Industriegebietes sagen sich sprichwörtlich Hase und Fuchs „Gute Nacht“. Der Eindruck wird noch verstärkt beim Blick durch das Werkstattfenster. Ein Hahn, eine kleine Hühnerschaar und ein paar Gänse flanieren im angrenzenden Gartenbereich herum. So ein wenig hat es was von LandTV. Den Garten teilen sie sich übrigens mit den Mitarbeitern des Einschleifservices, die dort auch ihre Pausen verbringen können.

Gefunden haben Dörthe Bahr und ihr Mann Volker Propach diese Idylle 2011. Es sollte etwas sein, wo sich Wohnen und Arbeiten kombinieren lassen. Im September desselben Jahres war es dann soweit und man konnte in die neuen Räume einziehen.

Erst im Oktober feierten dort Dörthe Bahr, Ihr Team, Kunden und Lieferanten das zehnjährige Bestehen des Unternehmens. Rückblickend kann sie es kaum glauben, dass sie ihre Selbstständigkeit in Küche und Wohnzimmer gestartet hat. „Ich erinnere mich noch gut daran, wie der erste moderne CNC-Schleifautomat durchs enge Treppenhaus in die dritte Etage geschleppt werden musste“, erklärt sie mit einem
Schmunzeln. „Der arme Repräsentant.“

Der Automat blieb dort bis zum ersten Umzug. Expansion war angesagt. Neue Maschinen und Personal benötigten mehr Platz. Auf Dauer war die Küchenwerkstatt einfach zu klein. Neben guter Auftragslage im Werkstattbereich kam dann kurz vor dem Umzug nach Nächstebreck ein weiteres Standbein hinzu. Ein unauffälliges und einfach zu handhabendes Magnetclip-System für jegliche Art von Brillen. 

Ein neues Produkt ist für 2014 bereits in Sicht: randlose Brillen ohne Schrauben unter dem Namen Lensbond. Die Beschläge werden geklebt. Mit einem weiteren Unternehmen hat der Einschleifservice Bahr
hier die Allein-Vertriebsrechte in Deutschland. Gefertigt werden die bei Bahr bestellten Brillen dann in Wuppertal. Die Mitarbeiter sind ausschließlich Augenoptiker. Sie sind handwerklich top, um die hohen Anforderungen der Kunden und der Chefin nach Qualität, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit zu erfüllen.

Gerade das Versprechen, die gefertigten Brillen innerhalb von 24 Stunden wieder auf den Weg zu schicken, wird durch einen Standortvorteil unterstützt. Ein Nachbarunternehmen ist der Versandservice UPS; mit kostenlosem Abholservice für den Kunden. „Zeit spart die nachbarschaftliche Nähe beim Abholen und Aufgeben der Auftragspakete“, so die Geschäftsführerin.

Ein weitere Aspekt, der ihr wichtig ist: Es muss zwischenmenschlich einfach funktionieren. Auch wenn der Werkraum rund 85 Quadratmeter groß ist, hockt man halt die ganze Zeit auf diesem Raum zusammen. Da muss die Chemie stimmen, damit bei der vielen Arbeit, auch bei anfallenden Auftragsspitzen und Überstunden, der Spaß bei der Arbeit in der elfköpfigen Belegschaft erhalten bleibt. Manchmal sorgen dafür auch zwei eben noch nicht mitgezählte tierische Kollegen: die beiden Gute-Laune-Hunde Kiki und Carlos.

Von Frank Sonnenberg

Artikel aus FOCUS 11_2013

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