Schließungen: Augenoptiker reagieren unterschiedlich

Schließungen: Augenoptiker reagieren unterschiedlich

20. März 2020

Von „Geschlossen!“ bis „Ist was?“

Nachdem Fielmann am Donnerstagabend deutliche Maßnahmen für die kommenden Wochen angekündigt hat, und seine Filialen in Deutschland nur noch für einen Notbetrieb öffnet, arbeiten andere Betriebe unbekümmert weiter.

Schaut man sich die angegebenen Öffnungszeiten an, so zeigen zumindest die meisten Augenoptiker, dass sie den am Anfang der Woche veröffentlichten Empfehlungen nachkommen.

Neben der Anwendung besonderer Hygienemaßnahmen wird vor allem auf die Anpassung von Kontaktlinsen verzichtet. Refraktionen werden zum Teil angeboten. Einige Betriebe haben zudem reduzierte Öffnungszeiten, oder öffnen nur für Termine bzw. nach einem Anklopfen an der Ladentür.

Andere Betriebe scheinen aufgrund mangelnder Attraktionen bzw. Einkaufsmöglichkeiten gerade zum Besuchermagnet zu werden. Neben vollbesetzter Mannschaft sind hier auch die Öffnungszeiten nicht eingeschränkt. Kunden werden weiter bedient, Brillen angepasst. Lediglich die Hygienemaßnahmen wurden erhöht.

Die größeren Ketten haben unterschiedliche Vorgehensweisen. Hier einige Beispiele:

Apollo Filiale

Apollo sieht die Versorgung mit Brillen als essenziell an und hält seine Filialen weiter geöffnet und verkündet auf deren Website:
„Die derzeitige Lage und außergewöhnliche Situation rund um das Coronavirus/COVID-19 betrifft uns alle aktuell sehr. Auch wir bei Apollo tun unser Bestes, um weiterhin für Sie da zu sein. Denn gutes Sehen und Hören ist nicht nur ein Stück Lebensqualität, es kann auch essenziell sein, um den Alltag zu bewältigen. In Zeiten wie diesen ist es deshalb umso wichtiger, #füreinander da zu sein und einander zu unterstützen. Aus diesem Grund bleiben unsere Apollo-Filialen bis auf wenige Ausnahmen weiterhin für Sie geöffnet.“

Pro Optik hat auf deren Website erstmals Verbraucher-Informationen zum Coronavirus veröffentlicht. Dort heißt es: "Unsere Öffnungszeiten, Abläufe sowie unser Leistungs- und Serviceumfang  in den Niederlassungen, haben wir vorübergehend für Sie angepasst und in Teilbereichen optimiert. All dies geschieht mit der aktuell gebotenen Umsicht unter der Berücksichtigung des Infektionsschutzes, um Sie und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter optimal zu schützen. Bitte erfragen Sie die Öffnungszeiten am jeweiligen Standort telefonisch und vereinbaren Sie möglichst einen Termin. So können wir uns auf ihr Anliegen optimal vorbereiten."

Mister Spex war eines der ersten Filial-Unternehmen, das mit einer Meldung auf sein Vorgehen in der Corona-Krise reagiert hat und bereits vor der Handlungsempfehlungen auf einen Notbetrieb umgeschaltet. Am 20. März verkündete das Unternehmen, alle Filialen ab dem 23. März zu schließen. In der aktuellen Meldung heißt es zudem:
„In diesem Zuge werden auch die geplanten Neueröffnungen verschoben. Der Online-Shop von Mister Spex ist weiterhin mit allen Services verfügbar. Kundinnen und Kunden werden von Mister Spex per E-Mail kontaktiert, sollten sie Brillen zur Abholung in einen Store bestellt haben. Sie können dann ihre Wunschadresse mitteilen und die Bestellung wird an die gewünschte Adresse versandt.Um eine Notversorgung sicherzustellen, bietet das Unternehmen systemrelevanten Berufsgruppen wie z.B. medizinischem Personal, Polizei, Feuerwehr oder Angestellten des Transport- und Verkehrswesens, die einen entscheidenden Beitrag für die Grundversorgung und das Krisenmanagement leisten, die Möglichkeit, sich bei akuten Sehproblemen an den Kundenservice von Mister Spex zu wenden.“

Brillen.de ermutigte seine Partneroptiker weiterhin für seine Kunden da zu sein und weiterhin Termine wahrzunehmen. Eine Handlungsempfehlung bezüglich Refraktionen blieb das Unternehmen seinen Partnern jedoch schuldig. Ein Lauftext am oberen Bildrand der Hompage sagt: „Einige unserer Optiker sind nach wie vor für Sie da +++ Aktuelle Corona-Info +++ Termine eingeschränkt möglich +++ Optiker wurden zu Sicherheitsmaßnahmen instruiert.“

Auch Matt reagiert prompt und stellt sich auf die aktuelle Situation ein. Neben reduzierten Öffnungszeiten werden individuelle Termine außerhalb dieser Zeiten angeboten. Refraktionen werden nur noch eingeschränkt angeboten, Kontaktlinsenanpassungen werden nicht mehr durchgeführt. Außerdem werden Brillen auf einem Tablett überreicht, die die Kunden dann selbst nehmen und aufsetzen. Das Unternehmen verweist zudem auf deren regelmäßige Desinfizierung aller Oberflächen und Geräte. Ein Abstand von Augenoptiker zu Kunde von 1,5 m wird außerdem als Richtline angegeben.
„Nur so können wir sicherstellen, dass alle, die auf ihre Brille angewiesen sind, auch in den kommenden Tagen versorgt werden. Gerne schicken wir Ihnen bereits bestellte Brillen zu. Die Brillen werden Ihnen desinfiziert übersandt. In diesem Fall findet die Feinanpassung der Fassung zu einem späteren Zeitpunkt statt.“

Aktivoptik ist weiterhin geöffnet, diese Zeiten variieren in den jeweiligen Filialen. Kontaktlinsenanpassungen werden nicht angeboten. Auf Handschlag bei Begrüßung wird verzichtet. Auf der Website heißt es:
„Wir beraten Sie gerne – bitte haben Sie jedoch Verständnis, dass wir Sie nur ein-zeln empfangen, um die Gefahr einer Ausbreitung des Virus so gering möglich zu halten. Gegebenenfalls behalten wir uns vor, unsere Öffnungszeiten anzupassen.

Rottler bleibt weiterhin geöffnet, jedoch mit reduzierten Öffnungszeiten und mit einer 1 zu 1 Betreuung der Kunden. Hier heißt es: „Wie viele andere Gesundheitsberufe haben wir als Augenoptiker und Hörakustiker unsere Standorte für Sie weiterhin geöffnet. (…) Wir haben, neben den bei Rottler bereits hohen Hygiene-Standards, alle notwendigen Schutzmaßnahmen für Sie und unsere Mitarbeiter getroffen. Wir folgen den Empfehlungen der Berufsverbände sowie des Robert Koch Instituts, um einer Ausbreitung entgegenzuwirken. Um uns alle bestmöglich zu schützen, haben wir unsere Filialen auf eine 1 zu 1 Betreuung umgestellt: Bitte warten Sie vor der Tür, Klopfen Sie an und halten Sie 2m Abstand, Wir werden Sie an der Tür empfangen.“

Krass hat ebenfalls seine Öffnungszeiten etwas eingeschränkt. Die Gesundheit und die der Krass Mitarbeiter sei dem Unternehmen sehr wichtig. Aufgrund der Corona Virus Situation bietet das Unternehmen einen eingeschränkten Notservice in den Stores an, in denen dies möglich ist. Außerdem empfiehlt das Unternehmen eine telefonische Kontaktaufnahme, um kurzfristige Änderungen abzusprechen.

 

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Stand 23.3.2020

 

Photocredits: © dusanpetkovic1/stock.adobe.com, CocoZes​

 

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