„Webinar“-Begriff: Abmahnungen drohen

3. Juli 2020

Verwendung der eingetragenen Wortmarke könnte teuer werden

In den letzten Tagen kursierten vermehrt Meldungen im Internet, wonach der Begriff „Webinar“ markenrechtlich geschützt sei und im Kontext der Durchführung von eigenen Online-Veranstaltungen nicht zulässig sei. Fakt ist: Der Begriff Webinar wurde 2003 als Wortmarke eingetragen und ist – nach zwischenzeitlicher Verlängerung – aktuell bis zum 31. März 2023 markenrechtlich geschützt. Der in Corona-Zeiten häufig auch in der Augenoptik verwendete Begriff könnte demnach ein teures Nachspiel haben.

Erste Abmahnung bekannt, Ausgang ungewiss

Der Jurist und Marken-Spezialist Dr. Maximilian Greger berichtet in einem Update vom 2. Juli eines Ende Juni veröffentlichten Blogbeitrags von der ersten Abmahnung durch den Inhaber der Wortmarke. Dr. Greger geht davon aus, dass die Chancen für eine erfolgreiche Abmahnung gering sind. Er begründet dies u.a. damit, dass der Begriff mittlerweile als Synonym für die allseits bekannte Online-Lehrveranstaltung Einzug in den allgemeinen Sprachgebrauch gehalten habe, und der Markeninhaber dem nicht vorzeitig widersprochen habe.

Zum Ausgang der wohl drohenden Abmahnwelle lässt sich nur spekulieren, bis gerichtlich entschieden wurde. Klar ist nur, dass eine erhöhte Vorsicht und Sensibilität an den Tag gelegt werden sollte und auf Abmahnungen reagiert werden sollte.

Wer sicher gehen will und eine Abmahnung vermeiden will, streicht den Begriff "Webinar" vorerst komplett und auf allen Kanälen aus seinen Marketingaktivitäten für eigene "Web-basierte Seminare".

Bild: AdobeStock/Song_about_summer
Bild: AdobeStock/Song_about_summer

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