www.euro-focus.de  »  Start
Donnerstag, 24. Juni 2010

WM: Nolting warnt FIFA

Laser gefährden Augen der WM-Spieler

Die Hochschule Aalen berichtet, dass Hochleistungslaser, oder auch Laserpointer genannt eine fatale, dauerhafter Wirkung mit sich bringen: diese Strahlen, wie sie beim WM-Spiel Argentinien gegen Nigeria von Zuschauern auf die Spieler gerichtet wurden, können die Netzhaut des Auges punktuell erhitzen und bleibende Schäden verursachen.
Die in Deutschland verbotenen Geräte überschritten die zulässigen Leistungsgrenzwerte um das bis zu 80-fache, warnt Prof. Jürgen Nolting (Hochschule Aalen). Da helfe auch kein Lidschlussreflex oder instinktives Wegschauen.
Nolting selbst habe das Spiel am vergangenen Samstag angeschaut und dabei die grünen Lichtpunkte entdeckt. Er sei sich sicher, dass diese von einem der verbotenen Hochleistungslaser stammten, denn bei Tageslicht seien herkömmliche Laserpointer nicht in der Lage, über derart große Entfernungen zu strahlen. «Das ist mehr als ein dummer Jungenstreich oder grober Unfug», so Nolting er. Er habe deshalb dem Fußballweltverband FIFA geschrieben und auf die Gefahr hingewiesen.
Bei den Lasern kommt die Strahlung des Lasers aus einem Punkt und wird dann auf der Netzhaut auch wieder auf einen Punkt abgebildet, was zu deren starken Überhitzung führe. In der Folge könne sich dann eine Art blinder Fleck bilden. Nolting hat mit seinem Team die Gefährlichkeit der Laser bereits im Jahr 2008 untersucht.
Auslöser sei ein Testspiel Deutschlands gegen Österreich gewesen, bei dem mehrere Spieler geblendet worden seien. Das Ergebnis sei «erschreckend» gewesen, sagt Nolting. Bereits bei einer Entfernung von 50 Metern reiche eine Blendzeit von gerade mal einer Zehntelsekunde aus, um die zulässigen Grenzwerte zu überschreiten. Und gerade bei Einwürfen oder ähnlichem seien die Spieler so konzentriert, dass die Schutzreflexe versagten.
Als Teil der Studie hatten die Forscher auch untersucht, wie leicht man in Deutschland über das Internet an die verbotenen Geräte käme. Sie seien versteckt als Hochleistungslaser gekennzeichnet gewesen und über das Internet seien dann auch gleich Umbautipps mitgeliefert worden, um die Wirkung zu steigern. Strengere Kontrollen seien daher notwendig, um die Einfuhr und den Verkauf solcher Geräte effektiv zu verhindern. (Quelle: dpa)

Netnews | .(Javascript muss aktiviert sein, um diese Mail-Adresse zu sehen) am 24.06.2010 um 04:00 Uhr
Permalink | Artikel empfehlen

Kommentare:


Kommentieren:

Anonyme Kommentare werden nicht veröffentlicht!
Die Redaktion behält sich vor Kommentare nicht zu veröffentlichen, deren Autor nicht klar erkennbar ist oder denen keine reale Email-Adresse zugrunde liegt. Angegebene Email-Adressen werden stichprobenartig geprüft.

Dieser Eintrag kann nicht mehr kommentiert werden.

»»» Essilor: Zukunftstag in Köln
««« AMA-Optik: Neuer Geschäftsführer Michael Wurm