ZVA: Jährliche Mitgliederversammlung in Dortmund

16. März 2017

Am vergangenen Wochenende trafen sich die Delegierten des Zentralverbandes der Augenoptiker und Optometristen (ZVA)

Das neu verabschiedete Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) nahm bei der Mitgliederversammlung besonders großen Raum ein. Carla Meyerhoff-Grienberger, Referatsleiterin Hilfsmittel im Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung, erklärte, dass das HHVG sich als überaus komplex darstelle, dennoch gebe es keine Übergangsregelung. Bis zum Stichtag 31. Dezember 2018 stehe nun eine Revision des sehr umfangreichen Hilfsmittelverzeichnisses an. Den langen Weg eines Gesetzes bis zum Inkrafttreten veranschaulichte anschließend Torben Vahle, Referent für die Gesundheitshandwerke beim Zentralverband des Deutschen Handwerks. Er betonte, dass die finale Ausgestaltung des HHVG erst im nichtöffentlichen Teil Einzug in das Gesetz fand und dennoch dank der guten Arbeit der Verbände Einfluss genommen werden konnte. Der ZVA wird sich daher auch weiterhin mit den involvierten Verbänden abstimmen und zeigt sich zuversichtlich, dass Augenoptiker weiterhin eigenverantwortlich Brillen und Kontaktlinsen verordnen werden. „Wir gehen davon aus, dass die Regelung gemäß § 33 Absatz 5a SGB V auch künftig Anwendung findet und eine ärztliche Verordnung somit ausschließlich dann erforderlich ist, wenn eine erstmalige oder erneute ärztliche Diagnose oder Therapieentscheidung medizinisch geboten ist“, so ZVA-Geschäftsführer Dr. Jan Wetzel.

Dass der stationäre Augenoptiker für individuellen Service in Zeiten der Digitalisierung und des Online-Handels steht, wurde auf der ZVA-Mitgliederversammlung immer wieder hervorgehoben. Um die fachliche Kompetenz weiter zu stärken, haben die Delegierten neue Bewertungsrichtlinien für eine bundesweit einheitliche Gesellenprüfung verabschiedet. Der Aufbau einer Meisterprüfungsdatenbank ist ebenfalls in Arbeit.

Der 66jährige Ulrich Mößlang engagierte sich über 30 Jahre ehrenamtlich unter anderem auch für ein einheitliches Ausbildungsniveau und qualifizierten Berufsnachwuchs einsetzt und wurde dafür mit dem Silbernen Ehrenzeichen des ZVA ausgezeichnet. Der 66-Jährige Münchener übernahm sehr früh den augenoptischen Betrieb des Vaters und engagierte sich in zahlreichen Ämtern. Er nahm die Ehrung mit den Worten entgegen: „Es hat immer Spaß gemacht und es gab keine Sitzung, die nicht gut gelaufen ist.“

Dem ZVA-Präsidenten Thomas Truckenbrod schenkten die Innungsaugenoptiker in den Wahlen am Ende des ersten Versammlungstags wieder ihr uneingeschränktes Vertrauen: Bereits zum vierten Mal in Folge wählten die Delegierten den Leipziger nun zu ihrem Präsidenten für die kommenden drei Jahre, erneut ohne eine einzige Gegenstimme. Christian Müller aus Mülheim/Ruhr wurde mit einer überzeugenden Stimmenmehrheit von 98 % bereits zum dritten Mal in seinem Amt als Vizepräsident bestätigt. Und auch Dieter Großewinkelmann aus Gütersloh sprachen die Delegierten mit überzeugender Mehrheit ihr Vertrauen aus, so dass er ebenfalls weiterhin dem ZVA als Vize-Präsident vorstehen wird.

Der zweite Versammlungstag stand ganz im Zeichen der Fachvorträge. Nach einem kurzen Blick auf die französische Brillenkauf-Kultur, standen weitere Themen, wie etwa Gleitsichtglasdesigns, Reklamationsgründe nach den Gleitsichtbrillenkauf und die Dämmerungsmyopie im Vordergrund. 

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