Miete: Bundesjustizministerium reagiert auf Forderung des DMB

20. März 2020

Erster Großvermieter verzichtet auf Miete

Das Bundesjustizministerium hatte am 17. März auf Twitter angekündigt, nach einer Möglichkeit zu suchen, ob und wie Mieter, die aufgrund der Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, besser geschützt werden können. Damit hatte das Ministerium auf einen Tweet des Mieterbundes (DMB) reagiert, der u. a. die Aussetzung von Wohnungskündigungen fordert.

Während das Ministerium bislang noch keine konkreten Maßnahmen nannte, hat der erste Großvermieter bereits unbürokratisch reagiert. Der zum Möbelriesen Ikea gehörende Shoppingcentervermieter Ingka kommt seinen Mietern in der Corona-Krise entgegen. Das Unternehmen verzichtet bis auf Weiteres auf Mietzahlungen, wenn der Mieter sein Geschäft aufgrund einer behördlichen Anordnung schließen musste. Dieses Entgegenkommen, das neben Miete, Nebenkosten auch Marketingpauschalen einschließt, wird den betroffenen 45 Mietern freiwillig bis auf Widerruf erlassen.

Der DMB hatte in seiner Mitteilung, die ebenfalls auf Twitter verbreitet wurde, die Idee formuliert, dass Kündigungen für die Zeit der Krise und rückwirkend ausgeschlossen werden sollen und die Pflicht zur Mietzahlung gestundet werden müsse. Zudem sollten Zwangsräumungen gestoppt werden. Der Mieterbund und der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) haben sich in einem gemeinsamen Schreiben an die Bundesregierung für einen Solidarfonds ("Sicher-Wohnen-Fonds") stark gemacht. Dies seien keine Zeiten der Auseinandersetzung, sondern der gemeinsamen Verantwortung.

Quellen: Deutsche Mieterbund (DMB), Immobilien-Zeitung

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