|

45 Jahre ZVA-Akademie

Bilder: Silke Sage

Eine Erfolgsgeschichte und viele Gründe zum Feiern

Am 27. Oktober 2023 gab es im ZVA-Bildungszentrum e.V. Akademie der Augenoptik in Knechtsteden einiges zu feiern: Zuallererst das 45-jährige Bestehen des Bildungszentrums, doch auch der Einzug von Köln nach Knechtsteden jährte sich zum genau 20. Mal. Viele bekannte Gesichter aus der Branche waren vor Ort, um mitzufeiern. Die Gästeliste bestand neben allen Mitarbeitern und Gastdozenten auch aus Mitgliedern des Verbands, der Meister- und Optometristen- Prüfungskommissionen, aus Vertretern der Politik, der optischen Industrie sowie von Berufs- und Fachschulen und der Presse.

Mit Blick auf die moderne Augenoptik sagte ZVA-Präsident Christian Müller gleich zu Beginn seiner Rede vor den geladenen Gästen: „Zwar hat der Einsatz von Künstlicher Intelligenz eine große Rolle in der ­Augenoptik eingenommen, sie ersetzt hervorragend ausgebildete Augenoptiker jedoch keinesfalls“, und  ergänzte: „Um auch in Zukunft qualifizierte und Fachleute zu bekommen, benötigen wir vor allem engagierte und hervorragende fachlich kompetente Dozenten“. 

Diese sei hier der Fall und sowohl in der Ausstattung als auch in der Kompetenz habe man in Knechtsteden all das auf hohem Niveau. Doch eins nach dem anderem.

45 Jahre: Ein Blick zurück 

1978 wurde das damalige Hauptkurszentrum des ZVA in Köln gegründet, und zog als ZVA-Bildungszentrum 2003 vor ­genau 20 Jahren nach Dormagen-Knechtsteden in repräsentative Räume eines Klosters des Spiritaner-Ordens. Die ehemalige Prämonstratenserabtei stammt aus dem frühen 12. Jahrhundert und ist im Besitz des Ordens seit 1895. Im Laufe der Zeit wurde nicht nur Fläche für das ZVA-Bildungszentrum innerhalb des Gebäudes über die Jahre vergrößert, auch Equipment und Personal sei stets erweitert worden.

Das leistungsstarke Konzept bietet aktuell drei verschiedene Kurse zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung im Augenoptikerhandwerk an. 2008 überraschte die Akademie mit der Einführung des deutschlandweit ersten berufsbegleitenden Bachelor-Studiengangs Optometrie. 

Im Jahr 2009 entwickelte die Akademie im Auftrag des ZVA den Lehrgang zum Optometristen ZVA/HWK. Die Optome­tristenprüfung wird mittlerweile von sechs Fachschulen angeboten und fast 1.000 Absolventen haben die Prüfung bisher abgelegt. 

Außerdem haben Augenoptiker und Optometristen die Möglichkeit, über die Studien- und Meisterkursangebote hinaus, sich am Bildungszentrum mit Hilfe eines umfangreichen Seminarprogramms in vielen wichtigen Themen weiter zu qualifizieren. 

Fortbildung mit Erweiterung

Im vergangenen Jahr 2022 konnte die Akademie nach einem mehrjährigen Verfahren ihren Meisterkurs mit anschließendem Aufbaustudiengang in Kooperation mit der FH Aachen beim European Council of Optometry and Optics (ECOO) akkreditieren lassen. Damit zeige sich die Qualität der Fortbildung an der ZVA-Akademie auch auf internationaler Ebene­ eindrucksvoll, heißt es. Die ersten drei Studentinnen erhielten im Rahmen der Akademiefeier erstmals das ECOO-Europadiplom in Optometrie. 

Zwar geht das Angebot mit der FH Aachen aktuell in keine Verlängerung, jedoch gibt es ein interessantes Nachfolgeprojekt: Im Jahr 2024 startet die Akademie in Kooperation mit der HWK Düsseldorf erstmals einen Lehrgang zum Master Professional in Optometrie. Hier können die Absolventen erstmals im Handwerk die Fortbildungsstufe DQR 7* erreichen und sind damit akademischen Mastern gleichgestellt. Die Absolventen werden somit handwerklich geprägte ­Optometristen auf hohem Niveau sein. In den vergangenen sechs Jahren konnte zudem durch Investitionen mit Landes- und Bundesmitteln sowie Eigenmitteln 1,25 Mio. € in die technische Ausstattung investiert werden. 

Anzeige
Alteos Banner

Feier im Bullenstall des Kulturhofes auf dem Campus Knechtsteden 

Nach einer Akademiebesichtigung, die von vielen Besuchern genutzt wurde, um die Räumlichkeiten und die Ausstattung kennenzulernen, startete der Festakt nach einem Sektempfang. Thomas Truckenbrod, Vorsitzender des ZVA Bildungszentrum e.V. und ZVA-Ehrenpräsident, moderierte die Veranstaltung. Hierbei begrüßte er als ersten Redner ZVA-Präsident Christian Müller, der in seiner Gefolgschaft auch das ZVA-Präsidium mit Armin Ameloh und Kai Jaeger dabeihatte. 

Auch Vertreter aus der Politik kamen auf die Bühne, um ihre Glückwünsche auszusprechen, dazu gehörte Hermann Gröhe, M. d. Bundestages sowie der Bürgermeister der Stadt Dormagen­, Erik Lierenfeld. Hermann Gröhe betonte die langjährige Freundschaft zur ZVA-Akademie und Bürgermeister Lierenfeld zeigte sich beeindruckt von der Akademie.

Der Hauptgeschäftsführer der HWK Düsseldorf Dr. Axel ­Fuhrmann sprach per Videobotschaft und gratulierte der ­Akademie u.a. zu ihrer erfolgreichen Entwicklung. 

Urkundenverleihung des ECOO- Europadiploms

Anschließend fand die Urkundenverleihung des ECOO-Europadiploms durch Dr. Peter Gumpelmayer aus Wien, Vertreter der ECOO-Kommission, an die ersten Absolventinnen Janine Bunjes, Ramona Eibensteiner und Paulin Paulsen statt. 

Bewegende Geschichte der Akademie

Den Höhepunkt und das Ende das Festaktes war ein Bildervortrag von Günther Neukirchen, Geschäftsführer und Akademieleiter des Bildungszentrums, der bereits seit 35 Jahren dort beschäftigt ist. Einblicke in die Anfänge der Akademie, die damals noch in Köln als Hauptkurszentrum ansässig war, sorgten für Unterhaltung. 

Doch zunächst ordnete er die augenoptische Bildungslandschaft ein: „Es gibt in Deutschland knapp 12.000 Betriebe, mit knapp 50.000 Mitarbeitern, die jedes Jahr rund 2.200 Lehrlinge ausbilden. Davon bilden sich 700 weiter und machen ihren Meister, Bachelor oder Master. Das ist zugleich viel – im Vergleich zu anderen Berufen – und zugleich wenig in Bezug auf die Menge der Fachschulen!“, so Günter Neukirchen, und fuhr fort: „Wir bilden jedes Jahr 100 Meister aus und 50 Bachelor, damit sind wir eine der Großen.“

Die Akademie habe in ihren Anfängen Skepsis und Gegenwind erfahren, doch über die Jahre habe man sich seinen Platz erobert. Frei nach dem Motto: „Wer erfolgreich sein möchte, muss nicht Dinge wissen, die sonst keiner weiß, sondern muss an Dinge glauben, an die sonst keiner glaubt!“ 

Günther Neukirchen bedankte sich abschließend bei allen Festrednern und Ehrengästen, sowie bei seinem Team bestehend aus Dozenten, Gastdozenten, Verwaltungsmitarbeitern und Mitarbeitern der Pension „Augenblick“ für ihren steten Einsatz und ihre überaus engagierte Arbeit. 

*Deutscher Qualifikationsrahmen: Qualifikationen der beruflichen Aufstiegsfortbildung DQR-Niveau 7 zugeordnet.

Ähnliche Beiträge