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Kinder verändern ­unsere Leben

Foto: Jacob Lund/stock.adobe.com

Es ist das Thema dieser Zeit: Nachhaltigkeit.

Dazu passt auch unser Themenspezial Kids+Teens ganz ­hervorragend. Denn Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Viele Augenoptiker haben sich in den vergangenen Jahren auf die Versorgung von fehlsichtigen Kindern spezialisiert. Dahinter steckt bereits ein gewisses nachhaltiges Denken. Denn junge Kunden werden einmal groß und, vor allem auch durch die starke Nutzung ihrer mobilen Handys und ­Tablets möglicherweise auch zu Kunden im Myopie-­Management. Zudem holt man mit dem angebotenen Service und den optometrischen Dienstleistungen Eltern und Großeltern ins Geschäft und schafft eine familiäre Kundenbindung.

Sie stutzen. Zu Recht. Mit dem Begriff Nachhaltigkeit wird in der öffentlichen Diskussion etwas ganz anderes verbunden, oder?

Gut, wechseln wir die Perspektive. Kinder machen sich Gedanken über die Zukunft unserer Gesellschaft. Sie haben in den vergangenen Jahren mit ihren Freitagsprotesten die ­Globale Erwärmung, Extremwetter und den drastischen Klimawandel in den Blickpunkt der Gesellschaft gerückt.
Sie haben mit ihrem Engagement die nötige und sich bereits in vollem Gange befindliche Transformation unseres kompletten Lebens ins Rampenlicht gerückt.

2030 ist eine Zahl, die in diesem Zusammenhang im Raum steht. Es ist das Jahr, in dem die Klimaziele der deutschen Regierung erreicht werden sollen, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Bis dahin sind es nur noch acht Jahre. Die Dynamik der Transformation ist in allen ­Bereichen spürbar.

An morgen denken, heißt zu verstehen, dass  unsere Branche mit ihren Themen ökologischer, nachhaltiger werden muss – und dies im Kleinen wie im Großen. Auf der vergangenen Opti 2022 wurden wieder viele neue Produkte präsentiert, die umweltschonend produziert wurden, die einfach zu recyclen sind und die dem Augenoptiker einen Mehrwert im Verkauf bieten.

Ja, der Begriff Nachhaltigkeit ist das neue Buzzword. Was dahinter steckt, ist aber alles andere als neu. Wenn ich an ­meine eigene Lehrzeit Mitte der 80er Jahre denke, war mein ehemaliger Lehrherr mit seiner ökologischen Ladenidee schon ganz weit vorne. Sisalböden, Holzregale und Werkbänke, die mit Bienenwachs gepflegt werden mussten, eine selbstgebaute, energieeffiziente Klimaanlage – manchmal glaube ich nicht, dass dies schon 36 Jahre her ist. Autos fuhren damals übrigens noch fast ausschließlich ohne Kat durch die Innenstadt.

Apropos. Als Augenoptiker sollte man unbedingt im Blick ­behalten, was sich vor dem eigenen Geschäft, also außerhalb seines eigenen Mikrokosmos abspielt.

Bereits vor einem Jahr lenkte ich in einem Brennpunkt den Blick auf die Standortfrage. Wie sieht die Entwicklung meines Geschäftsstandortes in Sachen Nachhaltigkeit aus? Gibt es Entwicklungspläne für das Quartier? Sind energetische Sanierungsmaßnahmen geplant? Allein die Frage, ob man in den kommenden Jahren überhaupt die Energiekosten für das eigene Ladengeschäft aufbringen kann, kann existenziell sein. Auch die Frage, ob an anderer Stelle der Stadt ein neues Quartier entsteht und es lohnen könnte, dieses als neuen Standort zu wählen, z.B. für einen Filialbetrieb.

Das Thema Nachhaltigkeit sollte daher unbedingt auch zur eigenen Unternehmensstrategie des Augenoptikgeschäfts gehören, um das Unternehmen zukunftsfähig zu machen.

Wer meint, selbst nichts oder nur wenig zu mehr Biodiversität, Kreislaufwirtschaft und nachhaltigerem Leben beisteuern zu können, kann sich in seiner direkten Umgebung, in seiner Stadt oder in seiner Region in Projekten engagieren.

Möglichkeiten gibt es genug. Man sollte nur jetzt handeln. Nicht erst in den kommenden Jahren. Damit junge Menschen weiter an die Zukunft glauben können.

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