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Das deutsche Gesundheitswesen

Die neue Regierung ist gewählt, ein Grund darüber nachzudenken, was uns die Gesundheitsreform der vergangenen Jahre gebracht hat und noch bringen wird. Vor über 40 Jahren großherzig angekündigt, wurde zuletzt wieder viel daran herumgedoktert, vom Gesundheitsminister teure Diagnostik betrieben, aber eine vernünftige Therapie für das Gesundheitswesen kam dennoch bis heute nicht zustande. Für den Patienten wurde nichts erreicht.

Die Kosten für die Gesundheit, besser gesagt: die Krankheitskosten, explodieren, zugleich steigen die Wartezeiten beim Facharzt, sie betragen in der Bundesrepublik Deutschland in einigen Fachgebieten derzeit bis zu einem Jahr. Zahlreiche Medikamente sind nicht mehr lieferbar. Manche Ärzte erklären sich als überlastet, nehmen keine neuen Patienten an, sie können einfach nicht mehr. Verlierer sind beide, der Arzt und sein Patient.

Die Divergenz liegt unter anderem darin begründet, dass in unserem Land eine Zweiklassenmedizin vorherrscht, auch wenn das von politischen Kreisen gern bestritten wird. Jede Diskussion, diese zu nivellieren, wird vor allem von den Kreisen hintertrieben, die von der Zweiklassenmedizin selbst am meisten profitieren. Der Privatpatient genießt die Privilegien und füllt dafür die Kassen.
Die Beiträge für die Angehörigen der gesetzlichen wie auch privaten Krankenkassen steigen nahezu täglich, die Leistungen nehmen dagegen ab. Wochenlange Wartezeiten bis zum Termin, stundenlange Wartezeiten im Wartezimmer. Keiner der Verantwortlichen kritisiert den hierdurch bedingten volkswirtschaftlichen und auch sozialen Schaden.

Der derzeit vorherrschende Ärztemangel ist zweifellos die logische Konsequenz langer politischer Fehlentscheidungen. Nicht erst seit gestern wird da gepatzt. Bei der Zukunftsplanung werden seit Jahrzehnten weder die Zunahme der Bevölkerung, das steigende Lebensalter noch mögliche flächenweite Erkrankungen wie Seuchen oder Umweltschäden berücksichtigt. Wer Gedanken dahingehend äußerte, galt stets als pervers, als Unruhestifter. Mahnende Worte erfahrener Kollegen wurden abgetan. Nun fehlt es überall an Ärzten.

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Allein durch den Numerus Clausus, einer von Schulnoten gesteuerten Zulassungsquote und die dadurch bedingten Wartesemester, gingen Jahre der Ausbildung für den ärztlichen Beruf verloren. Der modern anmutende Gedanke, man könne die Zahl der in unserem Lande fehlenden Ärzte ausgleichen, indem man jetzt Ärzte aus der Migration anwirbt, ist fehlerhaft, denn diese fehlen jetzt in ihrem eigenen Land. Man lockt sie mit freien Praxen an, macht sie schnell zu deutschen Staatsbürgern und bietet ihnen an, vor allem die älteren und erfahrenen Kollegen zu ersetzen. Doch manch einer von denen wurde auf Grund der aktuellen Gesetzeslage inzwischen einfach vor die Tür der eigenen Praxis gesetzt. Ob er denn wollte oder nicht.

Die Behandlungskosten steigen, dies gilt auch für die Augenheilkunde. Krankheitsbilder wie verschiedene Formen der Makuladegeneration, einst als therapeutisch resistent betrachtet, lassen sich inzwischen therapieren. Doch das kostet Geld. Auch das Syndrom des Trockenen Auges, zweifellos durch die Luftverschmutzung und den Temperaturanstieg ausgelöst, wird seit Jahren von grünen Umweltfetischisten als Befindlichkeitsstörung abgetan. Die Krankenkassen zahlen daher nichts für die notwendige Behandlung.

Wie leichtfertig unsere Gesundheitspolitiker mit unserer ­Gesundheit umgehen, zeigte die Corona-Pandemie. Statt sich ehrlich mit der Verhinderung oder Verbreitung zu befassen, bemühten sich die vom Volk gewählten Politiker erst einmal darum, das Geschäft für die eigene Tasche zu machen. Man kassierte bevorzugt Vermittlungshonorare für Masken, Impfstoffe oder Antikörpertests. Und wenn man es moralisch nicht selbst verantworten konnte, ging es aufs Konto von Oma, Ehefrau oder Guru.

Und so werden die Krankheitskosten wie gewohnt weiter steigen. Die Gewinner jedenfalls sind nicht der Arzt und schon gar nicht seine Patienten.

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