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Zeit zu handeln

Foto: Stefano Zocca/unsplash.com

Der Begriff Nachhaltigkeit tauchte in den vergangenen Monaten so ziemlich überall auf. Geradezu inflationär. Plötzlich agiert jeder irgendwie nachhaltig. 

Was ist noch wahr? Welchen Aussagen kann man noch trauen? Was ist authentisch? Zum Glück wird unlauteren Öko- und Marketing-Botschaften in den kommenden Monaten durch die Green Claims-Initiative der EU ein Riegel vorgeschoben. Unternehmen sind künftig verpflichtet, Aussagen zu Umweltversprechen von Produkten und Dienstleistungen überprüfbar und vergleichbar zu machen.

Angaben, wie „umweltfreundlich“, „natürlich“, „biologisch abbaubar“, „klimaneutral“ oder „Öko“ sollen ohne Beleg verboten sein. Ebenso Aussagen zu einem Produkt wie „klimaneutral“, „klimareduziert“ oder „klimapositiv“, die nur auf Ausgleichsmaßnahmen durch Zertifikate beruhen. Weiter sollen Nachhaltigkeitskennzeichnungen, die nicht auf anerkannten Zertifizierungsregelungen basieren oder von öffentlichen Behörden festgelegt wurden, nicht mehr erlaubt werden. Außerdem: Der zukünftigen Regelung unterliegen Aussagen zur Reparaturfähigkeit von Produkten.

Der Kampf für mehr Transparenz und gegen Greenwashing ist nur ein Beispiel dafür, wie die politischen Rahmenbedingungen unser Handeln und die Art des Wirtschaftens in den kommenden Jahren beeinflussen werden. Jetzt können Sie sagen: „Die neuen Regelungen müssen ja erst noch in nationales Recht umgesetzt werden. Bis dahin müssen wir ja nichts unternehmen.“ 

Mein Tipp: Nutzen Sie jetzt schon die Möglichkeit, sich über Ihre Lieferanten und deren Produkte zu informieren! Nehmen Sie Ihre eigenen Aussagen zum Thema Nachhaltigkeit und die der Lieferanten einmal genauer unter die Lupe. Welche Informationen stellen Ihre Hersteller Ihnen zur Verfügung? Was können Sie im Marketing umsetzen?

Auch wenn Sie noch oft genug viele nicht befriedigende Antworten bekommen werden. Bleiben Sie hartnäckig. Nur so verändert sich etwas. Denn die Dynamik der Veränderung und der Transformation in allen Bereichen unserer Gesellschaft ist spürbar und schreitet voran. 

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Schließlich sind wir mittendrin in der Transformation in eine nachhaltigere Gesellschaft. Die Augenoptik kann zu einem nachhaltigeren Konsum beitragen. Und ihre Kompetenz in Sachen Gesundheitsvorsorge ausspielen. 

Denn gerade fließt in die Nachhaltigkeitsdiskussion das ­Thema Gesundheit ein. Uns gehen in den kommenden Jahren durch die globale Erwärmung nicht nur viele Lebensgrundlagen durch Artensterben oder Wassermangel verloren. Es kommen die direkten gesundheitlichen Folgen hinzu. 

Der aktuelle „Sachstandsbericht Klimawandel und Gesundheit 2023“ des Robert Koch Instituts zeigt gesundheitliche Risiken durch Hitze und andere Extremwetterereignisse auf, wie ­allergische Erkrankungen und Auswirkungen auf die psychische Gesundheit sowie Folgen veränderter UV-Strahlung und höherer Luftschadstoffbelastungen. Zeit zu handeln.

Heute schon an morgen denken, heißt zu verstehen, dass Nachhaltigkeit zum neuen Standard wird. Das ist sicher. Das zeigt auch unser Sustainability-Schwerpunktthema im Heft. Wir bringen unter anderem Tipps, wie man Klimaschutz in den Ladenbau bringt oder zeigen, wie sich ein Unternehmen auf den Weg gemacht hat, in allen Unternehmensbereichen nachhaltiger zu werden.

Wenn Sie es noch nicht getan haben: Gehen Sie es selbst an, Nachhaltigkeit in die eigene Unternehmensstrategie Ihres Augenoptik-Geschäfts zu integrieren. Um Ihr Unternehmen zukunftsfähig zu machen. Eines sollte Ihnen dabei klar sein, Sie aber ganz und gar nicht abschrecken: Es ist kein Sprint, es ist ein Marathon.

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