DSB: Für eine bessere und gesicherte Hörversorgung

DSB und DCIG informierten zum Welttag des Hörens Politiker des Deutschen Bundestages über bessere Versorgungsstandards für hörgeschädigte Menschen.
DSB und DCIG informierten zum Welttag des Hörens Politiker des Deutschen Bundestages über bessere Versorgungsstandards für hörgeschädigte Menschen. Foto: DSB

Zum Welttag des Hörens informierten Verbände Politiker des Deutschen Bundestages

Die bessere und gesicherte Versorgung für alle hörgeschädigten Menschen war Thema eines parlamentarischen Frühstücks, bei dem der Deutsche Schwerhörigenbund e. V. (DSB) als Gastgeber und Veranstalter und die Deutsche Cochlea Implantat Gesellschaft e. V. (DCIG) zum diesjährigen Welttag des Hörens (3. März) Politiker im Deutschen Bundestag informierten. Im Fokus standen Risiken und Folgen einer unzureichenden Hörrehabilitation für Betroffene und für die Gesellschaft sowie die Notwendigkeit einer rechtzeitigen und notwendigen Versorgung gemäß der jeweiligen medizinischen Indikation – entweder mit konventionellen Hörgeräten oder mit Cochlea-Implantaten (CI).

Namhafte Repräsentanten der Selbsthilfe sowie weiterer mit dem Thema „Hören“ befasste Institutionen belegen deutliche Reserven der Hörversorgung in Deutschland. Um Betroffenen mehr Gehör zu verschaffen, bündelten DSB und DCIG ihre Kräfte unter dem Dach des kürzlich gegründeten Deutschen Hörverbandes (DHV), der sich auf der Veranstaltung ebenfalls präsentierte. Empfohlen wurde zudem die Einführung flächendeckender Angebote für regelmäßige Hörscreenings ab dem 50. Lebensjahr. Alljährlich veranstaltet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 3. März den Welthörtag, der von DSB und DCIG sowie von weiteren Verbänden und Institutionen begleitet und unterstützt wird. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung am 1. März hatte Frau Lütke von der Fraktion FDP übernommen.

„Rund 16 Millionen Menschen leben in Deutschland mit einem Hörverlust“, so Dr. Matthias Müller, Präsident des Deutschen Schwerhörigenbundes (DSB). „Doch selbst viele stark hörgeschädigte Menschen finden immer noch nicht den Weg zu einer Hörversorgung, die ihrer Indikation entspricht. Die Folgen sind gravierend; und zwar sowohl für die Betroffenen als auch für die Gesellschaft. Es geht nicht nur um erhebliche Abstriche in Kommunikation und Lebensqualität. Es geht um psychische Erkrankungen, um Arbeitslosigkeit und um die daraus entstehenden Folgekosten.“

„Mit einer besseren und abgesicherten Hörversorgung ließe sich die Situation vieler Menschen deutlich verbessern und die Allgemeinheit würde ebenfalls erheblich davon profitieren“, bestätigt auch Dr. Harald Seidler, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Hörverbandes (DHV). „Daher muss sichergestellt sein, dass diejenigen, denen Hörgeräte keine ausreichende Hilfe mehr bieten, leichteren Zugang zu alternativen und seit Jahrzehnten bewährten Behandlungsmethoden wie dem Cochlea-Implantat (CI) erhalten. Vielen eröffnet das CI ein deutliches Plus an Sprachverstehen und Lebensqualität. Wir gehen jedoch davon aus, dass derzeit lediglich nur einer von 20 hochgradig hörgeschädigten Bundesbürgern, die vom Cochlea-Implantat profitieren könnten, bereits versorgt ist.“

Vertreter der Politik betonen die große Bedeutung des Hörens und frühzeitiger Prävention

Beim parlamentarischen Frühstück konnten sich Vertreter aller Parteien aus erster Hand informieren. Begrüßt wurden die geladenen Gäste von Kristine Lütke (FDP), Ordentliches Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages sowie Stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales. Die Schirmherrin der Initiative unterstrich in ihrem Grußwort die Wichtigkeit und Bedeutung der guten Versorgung hörgeschädigter Menschen: „Wir müssen die Bedeutung einer guten Hörgesundheit für Alt und Jung und eine regelmäßige Überprüfung des Hörsinns, also einen Hör-Check, stärker zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe machen und ins allgemeine Bewusstsein rücken. Da sehe ich auch uns von der Politik mit in der Verantwortung. Wir können für genau diese einfache und doch so wichtige und effektive Präventionsmaßnahme werben und uns engagieren.“

Auch Sabine Dittmar (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit, betonte die Bedeutung des guten Hörens für die Gesellschaft: „Der Welttag des Hörens steht für jeden Tag, an dem wir uns bewusst machen sollten, zum einen, wie wichtig es ist, auf sein Hörvermögen zu achten. Zuhören, Zugehörigkeit bedeutet Gemeinschaft und Inklusion.“

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Auch Wilfried Oellers (CDU/CSU), Beauftragter für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung, stellte in seinen Grußworten die Bedeutung guter Hörversorgung heraus: „Hörbeeinträchtigung ist eine ganz wesentliche Beeinträchtigung, die präventiv, vorsorglich, aber auch dann, wenn sie eintritt, ausgeglichen werden muss. Das ist einfach auch ein ganz wichtiges Element für die Teilhabe an unserem gesellschaftlichen Leben. Eine barrierefreie Teilhabe für alle ist Verpflichtung und Geschenk zugleich.“

Fundierte Informationen zum Thema Hörversorgung

Dr. Matthias Müller referierte über das Selbstverständnis und die Mission der traditionsreichen Selbsthilfeorganisation „Deutscher Schwerhörigenbund“. Weiterer wichtiger Programmpunkt war die Vorstellung des kürzlich gegründeten Deutschen Hörverbandes e. V. (DHV), eines Dachverbandes, in dem Deutscher Schwerhörigenbund (DSB) und Deutsche Cochlea Implantat Gesellschaft (DCIG) ihre Kräfte zukünftig bündeln; DHV-Vorstandsvorsitzender Dr. Harald Seidler informierte dazu. Dr. Stefan Zimmer stellte als Sprecher der Arbeitsgruppe “World Hearing Day” des WHO-World Hearing Forum signifikante Zahlen, Daten, Fakten Welttag des Hörens vor. Für die Kampagne „Hörvorsorge ab 50 – ICH geHÖRE daZU!“und eine bundesweite Einführung eines jährlichen Hörscreenings ab 50 Jahren plädierte PD Dr. Jan Löhler, Präsident des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte e. V. (BVHNO). Moderiert wurde die Veranstaltung von Audiotherapeutin Jana Verheyen; die Leiterin der Hörrehabilitation am Heilig-Geist Hospital Bensheim ist und selbst 2 Cochlea-Implantate trägt.

Dialog zur optimalen Hörversorgung soll fortgeführt werden

Im Anschluss an den offiziellen Teil des Treffens folgte eine angeregte Diskussion zwischen Podiumsteilnehmern und Gästen. Vielfach wurde der Wunsch geäußert, den Dialog kontinuierlich fortzuführen und die geschilderten Herausforderungen gemeinsam mit den Betroffenen zu meistern. Nicht zuletzt nutzten Politikerinnen und Politiker auch die Möglichkeit, durch einen Hörtest ihre eigene Hörfähigkeit überprüfen zu lassen.

„Die heutige Veranstaltung war ein weiterer wichtiger Schritt, um gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern der Politik eine bessere und gesicherte Hörversorgung für alle Menschen zu erreichen – insbesondere auch für diejenigen, denen Hörgeräte keine ausreichende Hilfe mehr bieten“, so noch einmal Dr. Matthias Müller. „Es ist wichtig, die großen Chancen moderner Hörtherapie und Nachsorge überall bekannt zu machen, insbesondere auch bei den politischen Entscheidungsträgern. Nur gemeinsam mit engagierten Fürsprechern wird es uns gelingen, dass jeder von uns Zugang zu den benötigten Leistungen der Hörrehabilitation erhält, die er benötigt. Die überaus positive Resonanz auf unser heutiges Treffen zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Quelle: DSB

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