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Handwerk: Fachkräftesicherung zentrales Thema in NRW

WHKT-Vizepräsident Jochen Renfordt, NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann, WHKT-Präsident Berthold Schröder, WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann, WHKT-Vizepräsident Alexander Hengst
v.l.n.r.: WHKT-Vizepräsident Jochen Renfordt, NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann, WHKT-Präsident Berthold Schröder, WHKT-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Hartmann, WHKT-Vizepräsident Alexander Hengst. Foto: WHKT/RG

WHKT-Vollversammlung betont wichtige Handlungsfelder

Die Mitglieder der Vollversammlung des Westdeutschen Handwerkskammertages (WHKT) haben sich am 27. Oktober in Iserlohn zum handwerkspolitischen Austausch auf Landesebene getroffen. Zentrales Thema war die schwierige Fachkräftesituation im NRW-Handwerk.

Moderiert wurde die 190. WHKT-Vollversammlung von Berthold Schröder, Präsident des WHKT, der diese mit seinem Bericht zur Lage des Handwerks in NRW eröffnete. Neben den Auswirkungen der rasanten Energiepreisentwicklungen auf den Wirtschaftsbereich Handwerk sowie den Zukunftsthemen KI und Nachhaltigkeit ging er dabei vor allem auf die schwierige Fachkräftesituation im NRW-Handwerk ein und betonte: „Damit Handwerk und alle gewerblich-technischen Berufe mittel- und langfristig für mehr Fachkräfte wieder an Attraktivität gewinnen, müssen wir vor allem auch für eine echte Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung sorgen. Nach wie vor klafft hier eine Lücke, nach wie vor gerät das berufliche Bildungssystem gegenüber dem akademischen strukturell ins Hintertreffen. Die rechtliche Verankerung der Gleichwertigkeit ist der wichtigste erste Schritt auf dem Weg.“

Strategiepapier zur Fachkräftesicherung

Ein weiteres, sehr konkretes und einvernehmliches Signal in der Fachkräftedebatte geht von der Verabschiedung eines WHKT-Strategiepapiers aus. Dieses skizziert,

  • wie Mitarbeiter besser integriert und damit langfristig gebunden werden können,
  • wie Ausbildungskapazitäten besser auszuschöpfen sind,
  • wie sich über berufliche (Teil-)Qualifizierungen neue Fachkräftepotenziale identifizieren lassen und
  • wie Anwerbung im Ausland auch für Fach- und Ausbildungskräfte im KMU-Sektor des Handwerks weiterzuentwickeln ist.

Dr. Florian Hartmann zur verabschiedeten Strategie in der WHKT-Vollversammlung: „Mit dem Dualen Berufsbildungssystem haben wir im Handwerk ein hervorragendes Instrument, selbst Fachkräfte zu qualifizieren. Es bietet vielfältige Zugänge, über 100 Ausbildungswege sowie eine ausgezeichnete Vorbereitung auf die berufliche Realität. Allerdings verlangt insbesondere der demografische Wandel, dass wir auch über neue Wege der Fachkräftesicherung nachdenken. Unser Strategiepapier bringt dies auf den Punkt und benennt die wichtigsten Handlungsfelder.“

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Unter dem Tagesordnungspunkt „Politikerinnen und Politiker im Dialog“ haben die Mitglieder der WHKT-Vollversammlung NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann zum Gespräch persönlich begrüßt. Laumann sagte mit Blick auf das Handwerk: „Wir brauchen ein starkes Handwerk, um die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern. Nur mit gut ausgebildeten Handwerkerinnen und Handwerkern werden wir den Klimaschutz, die Digitalisierung oder die Erneuerung unserer Infrastruktur erfolgreich umsetzen können. Dass mehr ältere Menschen aus dem Berufsleben ausscheiden und weniger junge Menschen nachfolgen, trifft auch das Handwerk. Damit es weiterhin ausreichend Fachkräfte gibt, treiben wir die Fachkräfteoffensive NRW voran. Mit der Einführung der Meisterprämie in Höhe von 2.500 Euro und dem Start des Programms ‚Ausbildungswege NRW‘ haben wir bereits erste Maßnahmen auf den Weg gebracht. Wir streben zudem eine gesetzliche Verankerung der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung in Nordrhein-Westfalen an. Denn klar ist: Die berufliche Ausbildung ist genauso viel wert wie die akademische!“

Vereinbarkeit von Schwangerschaft und Selbständigkeit

Als weiteren Programmpunkt und gleichfalls zur Stärkung von Unternehmerinnen im Handwerk verabschiedeten die Mitglieder eine Position zur Vereinbarkeit von Schwangerschaft und Selbständigkeit. Diese hat zum einen individuelle Unterstützungsmaßnahmen zur Stabilisierung des Erwerbseinkommens von selbständigen Handwerkerinnen in und nach ihrer Schwangerschaft zum Ziel und zum anderen die Absicherung der Betriebe und Beschäftigten während der Schwanger- und Mutterschaft von Unternehmerinnen. „Selbständige Handwerkerinnen oder angehende Gründerinnen brauchen mehr Sicherheit und Unterstützung. Es darf nicht sein, dass diesen gegenüber Arbeitnehmerinnen – beispielsweise beim Mutterschafts- oder Elterngeld – Nachteile erwachsen. Auch für Unternehmerinnen im Handwerk müssen sich Beruf, Schwangerschaft und die Verantwortung als Mutter gut miteinander vereinbaren lassen“, so WHKT-Präsident Berthold Schröder weiter.

Quelle: WHKT

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