Anzeige
Menicon (Banner)
|

Spectaris: Neues chinesisches Anti-Sanktionsgesetz

Deutsche Hightech-Unternehmen besorgt

Die Volksrepublik China hat am 10. Juni 2021 überraschend ein neues, sogenanntes „Anti-Sanktionsgesetz“ erlassen, das darauf abzielt, ausländischen Sanktionen entgegenzuwirken. Mit dem Gesetz reagiert die chinesische Regierung auf die Bemühungen der USA und Europas, Druck auf Peking in Bezug auf Menschenrechte, Handel und Technologie auszuüben. Sollte China sich dazu entschließen, das Anti-Sanktionsgesetz anzuwenden, könnte dies aufgrund des breiten Anwendungsbereichs zur Belastungsprobe für ausländische, in China tätige Unternehmen werden.

Mit dem Anti-Sanktionsgesetz wehrt sich China gegen extraterritorial angewandte Gesetze und Sanktionen des Auslands und ergreift Vergeltungsmaßnahmen gegenüber ausländischen Unternehmen in China. Gerade die exportorientierten deutschen Hightech-Unternehmen geraten so zunehmend zwischen die politischen Fronten zweier Wirtschaftsmächte und sehen sich gleichzeitig den oft inkonsistenten extraterritorial wirkenden Compliance-Verpflichtungen sowohl der USA als auch Chinas ausgesetzt. Jörg Mayer, Geschäftsführer des Industrieverbands Spectaris, betont die erhebliche wirtschaftliche Tragweite des neuen Gesetzes: „Das neue chinesische Anti-Sanktionsgesetz erzeugt ein Dilemma. Es könnte dazu führen, dass Unternehmen in China vor Gericht gestellt werden, wenn sie westliche Sanktionen gegen China einhalten. Es wäre kein Wunder, wenn sich multinationale Unternehmen mit Geschäftspräsenz in China möglicherweise für eine Seite entscheiden, mit allen Konsequenzen.“

„Sanktionen und mangelnde Transparenz behindern das wirtschaftliche Miteinander. Besorgniserregend ist, dass das Anti-Sanktionsgesetz ohne Öffentlichkeit vorbereitet und im Eilverfahren verabschiedet wurde. Dieses Vorgehen Chinas verspielt das Vertrauen ausländischer Investoren und schwächt die Geschäftsbeziehungen mit europäischen Unternehmen. Die Wirtschaft wird so zunehmend zum Spielball der politischen Interessen. Löst sie das Dilemma nicht auf, muss die EU die betroffenen Betriebe unterstützen“, so Mayer abschließend.

Ähnliche Beiträge

  • Safilo: Vereinbarung zur Übernahme von Spy+ und Serengeti

    Safilo hat mit Bollé Brands eine Exklusivvereinbarung unterzeichnet, die auf den Erwerb der US‑Marken Spy+ und Serengeti abzielt. Mit dem Schritt würde der italienische Brillenhersteller sein Portfolio insbesondere im Sport‑, Outdoor‑ und Premiumsegment ausbauen.

  • Kering Eyewear: Maui Jim-Unternehmenszentrale zerstört

    Bei den verheerenden Waldbränden auf Maui wurde auch der Firmensitz der Brillenmarke Maui Jim vollständig zerstört. Alle Mitarbeiter konnten sich in Sicherheit bringen, einige haben jedoch ihr Zuhause verloren. Der Mutterkonzern Kering Eyewear hat unterdessen eine Spende für die Opfer angekündigt.

  • Marcolin: Brillenkonzern erhält Gleichstellungs-Zertifikat

    Marcolin hat eine Gleichstellungs-Zertifizierung erhalten, die gemäß der EG-Verordnung 765/2008 vergeben wird. Zu der Anerkennung nach einem mehrjährigen Weg im Unternehmen trug auch bei, dass beim Brillenkonzern überproportional viele Frauen Führungspositionen bekleiden.

  • Falco: Myopie-Management und Keratokonus-Versorgung erweitert

    Der Schweizer Kontaktlinsenspezialist Falco richtet seine Ausrichtung stärker auf Myopie‑Management und Speziallinsen aus. Neue Ortho‑K‑Konzepte, ein erweitertes Angebot für Keratokonus sowie aktualisierte Sklerallinsen‑Designs stehen dabei im Fokus.

  • Optiker Bode präsentiert die Keytrends 2025/2026

    Optiker Bode präsentiert in Hamburg seine Eyewear Kollektion 2025/2026. Die Veranstaltung gilt als Trendbarometer der Branche. Ab dem Frühjahr 2026 werden neue Brillenmodelle des Modeexperten Jorge Gonzalez bei Optiker Bode angeboten.