Pro Retina: Mensch und Blindenführhund den Alltag erleichtern

Blinde Person mit weißem Stock und Führhund geht die Treppe runter
Blinde/sehbehinderte Person mit weißem Stock und Führhund geht die Treppe runter. Symbolbild: Chris Zeilfelder/Pro Retina Deutschland

Informationen zum „Tag des weißen Stockes“

Oft sieht es spielerisch leicht aus, wenn man einen blinden Menschen mit seinem Führhund beobachtet. Doch der Eindruck täuscht: Beide brauchen äußerste Konzentration, um gemeinsam die Herausforderungen des Straßenverkehrs zu meistern. Zum „Tag des weißen Stockes“ (15. Oktober) informierten der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) und Pro Retina Deutschland, wie Mitmenschen dem Führgespann – Mensch und Tier – den Alltag erleichtern können.

„Bitte erst fragen, dann streicheln!“

„Am besten hilft man uns, indem man uns in Ruhe als Team arbeiten lässt“, sagt Lisa Mümmler. Die 35-Jährige und ihr Führhund sind in ständigem Austausch miteinander. Während er ihr Treppenstufen, Ampeln und Eingänge anzeigt, muss sie seine Signale korrekt deuten und entsprechend handeln. Wenn die Stuttgarterin mit dem vierjährigen Blindenführhund Harry unterwegs ist, wird der blondgelockte Goldendoodle jedoch oft von wildfremden Passanten angelockt oder gestreichelt – jedes Mal eine echte Herausforderung für die beiden: „Es ist einfach so, dass Harry für seine Aufgabe total bei der Sache sein muss“, sagt Lisa Mümmler. „Hier geht es ganz besonders um unsere Sicherheit.“ Deshalb freut sie sich auch, wenn andere Hundehalter einen Bogen um die beiden machen, denn ein Führhund muss während der Arbeit auf Kontakt zu anderen Hunden verzichten.

Harry und sein Frauchen sind jedoch nicht immer im Stress, so dass es durchaus Gelegenheiten gibt, Lisa Mümmler anzusprechen: „Wenn man mich fragt, ganz normal, dürfte ich den Hund mal streicheln, dann gucke ich, ob es gerade passt, dann nehme ich ihm auch sein Führgeschirr ab.“ Das ist für Harry das Signal, dass er den Arbeitsmodus verlassen darf.

Rechtslage: Der Blindenführhund ist ein Hilfsmittel

Im Alltag der beiden gibt es leider häufig das Problem, dass ihnen verweigert wird, beispielsweise einen Supermarkt, eine Arztpraxis oder das Restaurant eines Hotels zu betreten. Dabei ist die Rechtslage eindeutig: Harry ist ein Hilfsmittel im Sinne des Gesetzes und darf in alle Räumlichkeiten hinein, die ein Mensch mit Straßenschuhen betreten darf. Leider ist das nicht ausreichend bekannt und Lisa Mümmler muss geduldig erläutern und diskutieren. Ebenfalls nicht ausreichend bekannt ist die Beförderungspflicht – Taxifahrer müssen Führhunde grundsätzlich mitnehmen und zwar kostenlos. Stattdessen passiert es immer wieder, dass ein Taxi Menschen mit Führhund einfach stehen lässt. Für Lisa Mümmler sind Probleme dieser Art ebenso nervig wie unverständlich: „Das kostet einfach Zeit und Kraft und macht uns das Leben unnötig schwer.“

Weitere Informationen zu Führhunden: www.woche-des-sehens.de/blindenfuehrhund

Quelle: Pro Retina Deutschland

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