Anzeige
Menicon (Banner)
|

Spectaris: Keine signifikanten PFAS-Emissionen durch EU-Abfallverbrennung 

Bild: unsplash / Getty images

Wichtige Erkenntnisse für Erhalt von Medizinprodukten und Hochleistungswerkstoffen

Eine aktuelle Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zeigt, dass Fluorpolymere, eine Untergruppe der per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS), bei den in europäischen Müllverbrennungsanlagen üblichen Temperaturen nahezu vollständig abgebaut werden. Die im Fachmagazin Chemosphere (DOI: 10.1016/j.chemosphere.2024.143403) veröffentlichten Forschungsergebnisse belegen einen Mineralisierungsgrad der Fluorpolymere von über 99,99 Prozent, also den Abbau in unbedenkliche, mineralische Substanzen, etwa Kalziumfluorid, ein natürliches Gestein, aus dem das Fluor für die Fluorpolymere ursprünglich gewonnen wurde. Von mehreren Zehntausend Tonnen an Fluorpolymeren, die pro Jahr verwendet und entsorgt werden, bliebe somit lediglich eine Menge an PFAS übrig, die im Grammbereich gemessen werden kann.

„Das ist als Zeichen der extrem guten Analysetechnik am KIT zu verstehen. Dieser Zahlenwert liegt knapp über der Nachweisgrenze und zeigt eindrucksvoll, dass die umweltgerechte Entsorgung dieser Hochleistungswerkstoffe möglich ist,“ erklärt Dr. Martin Leonhard, Vorsitzender Medizintechnik im Deutschen Industrieverband Spectaris. Spectaris sieht die Studie als Paukenschlag in der politischen PFAS-Debatte, die eine saubere Verbrennung bisher in Zweifel gezogen hat.

Zwar wird inzwischen anerkannt, dass die Verwendung von Fluorpolymeren als unbedenklich für Mensch und Umwelt gilt, doch hinsichtlich der Emissionen bei der Entsorgung blieben bislang Fragezeichen. Die Studie belegt nun eindrücklich, dass auch diese Phase ihres Lebenszyklus unkritisch ist, wenn die in der EU üblichen Standards eingehalten werden. Fluorpolymere werden für zahlreiche Hochtechnologieanwendungen benötigt, insbesondere auch in der Medizintechnik. Daher fordert die Industrie eindringlich, die Stoffgruppe der Fluorpolymere vom PFAS-Beschränkungsverfahren auszunehmen, um die Verhältnismäßigkeit zu wahren. Fluorpolymere sind aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften, wie chemischer Beständigkeit und biologischer Verträglichkeit, essenziell. Sie bleiben in vielen Fällen unverzichtbar, da es auch absehbar keine vergleichbaren Ersatzstoffe gibt

Anzeige
Essilor (Banner)

„Wer die Patientenversorgung nicht noch weiter gefährden will, muss jetzt politische Weichenstellungen vornehmen“, erklärt Dr. Martin Leonhard, Vorsitzender der Medizintechnik im Deutschen Industrieverband Spectaris. „Substanzen wie Fluorpolymere weitgehend verbieten zu wollen, von denen keine unannehmbaren Risiken ausgehen, setzt den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Gesundheitsversorgung und unseren Lebensstandard aufs Spiel. Am Ende wären von diesem Verbot auch das Handy, Navigationssysteme oder die Playstation betroffen, es träfe also jeden Einzelnen“, so Leonhard weiter.

Spectaris setzt sich weiterhin für einen risikobasierten Regulierungsansatz bei PFAS ein, der zwischen bedenklichen und unbedenklichen Stoffgruppen unterscheidet. Die Verwendung von Fluorpolymeren sollte von pauschalen Verboten ausgenommen werden.

Anzeige
Menicon (Banner)

Ähnliche Beiträge

  • Nachruf auf Peter Jensen

    Der in der Augenoptik vielen als langjähriger Handelsvertreter für Lindberg und Mitgründer von Das Brillenabo (Seesmart) bekannte Peter Jensen ist tot.

  • Oculus: Erfolg für die Expo Days

    Ende Januar lud Oculus gemeinsam mit einem exklusiven Kreis mittelständiger Unternehmen zu den Expo Days nach Frankfurt am Main und Hannover ein. Ziel war es, insbesondere die interessierten Augenoptiker zu erreichen, die es in diesem Jahr nicht auf die Fachmesse Opti geschafft haben.

  • Opti: Treffen am „Runden Tisch“

    Auf Initiative der GHM fand Anfang Juli erstmals der Opti Roundtable statt. Am Frankfurter Flughafen (F.a.M) diskutierten 40 Branchenvertreter und -vertreterinnen offen darüber, welche Wünsche und Erwartungen zukünftig an die Opti als internationale Branchenmesse gestellt werden.

  • MAFO – The Conference 2023: Am 3. Februar in Mailand

    Kommende Woche am Freitag, den 3. Februar 2023, ist es wieder so weit: Auf MAFO – The Conference halten internationale Redner spannende Vorträge über aktuelle Themen aus der Augenoptikbranche. Einen Tag vor der Mido in Mailand.

  • Mido 2026: Store-Konzepte und Nachhaltigkeit ausgezeichnet

    Die Messe Mido hat im Rahmen ihrer Ausgabe 2026 ihre jährlichen Auszeichnungen verliehen. Vertreter der internationalen Brillenbranche kamen zusammen, um Projekte zu würdigen, die Gestaltung, Qualität und gesellschaftliche Wirkung verbinden.

  • Fielmann: US-Expansion schreitet weiter voran

    Fielmann weitet seinen Fußabdruck in den USA durch die nächste Übernahme eines augenoptischen Einzelhändlers aus. Mit Shopko Optical ist es diesmal ein Filialist aus dem Mittleren Westen mit Sitz in Green Bay, Wisconsin.