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Spectaris: Export-Bearbeitungszeiten belasten Unternehmen

Gabelstapler hebt Waren-Container inmitten zahlreicher Container in die Höhe
Spectaris bemängelt, dass die langwierigen BAFA-Bearbeitungszeiten der Exportfähigkeit der deutschen Industrie massiv schaden. Symbolbild: Getty Images/Unsplash

Deutsche Hightech-Industrie befürchtet große Schäden

Der deutsche Industrieverband Spectaris zeichnet in einer Befragung unter Mitgliedsunternehmen massive Verzögerungen auf bei Ausfuhranträgen durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Sechs Monate und mehr sind demnach aktuell die Regel.

„Fast täglich erhalten wir Anfragen und Beschwerden zu Verzögerungen bei den Bearbeitungszeiten von Ausfuhrgenehmigungen“, stellt Jörg Mayer, Geschäftsführer des Deutschen Industrieverbands Spectaris, zu den alarmierenden Meldungen Deutscher Hightech-Unternehmen an den Verband fest. „Das Ausmaß ist zunehmend besorgniserregend.“ Eine aktuelle Umfrage des Verbandes, an der sich von September bis Oktober dieses Jahres 50 Mitgliedsunternehmen beteiligten, zeigt, dass sich die schwierige Situation im Vergleich zum Vorjahr bei kritischen Ländern noch verschärft hat. Rund 96% der befragten Unternehmen berichteten von Schwierigkeiten bei der Bearbeitung ihrer Ausfuhranträge durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Im Durchschnitt sind 50% der gesamten Ausfuhrgenehmigungen von Verzögerungen betroffen, wovon wiederum 52% länger als ein Jahr bearbeitet werden.

Internationale Wettbewerbsfähigkeit unmöglich

„Der Export ist für viele unserer Mitglieder eine zentrale Säule ihrer Geschäftstätigkeit. Die weiterhin langwierigen BAFA-Bearbeitungszeiten schaden der Exportfähigkeit unserer Industrie massiv und machen es für einige Unternehmen unmöglich, international wettbewerbsfähig zu bleiben“, betont Jörg Mayer.

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Der Wert der blockierten Exportwerte summiere sich bei vielen Unternehmen auf Millionenbeträge. Einige Unternehmen berichten, dass sie aufgrund der langen Bearbeitungszeiten auf neue Anträge verzichten, um wirtschaftliche Verluste und Kundenverluste zu vermeiden. Die „Bearbeitungszeiten variieren je nach Zielmarkt und Produktkategorie und belaufen sich häufig auf 6 Monate und mehr. Für besonders problematische Zielländer wie etwa China, Russland, Kasachstan und Belarus werden Verzögerungen von bis zu 18 Monaten gemeldet.

Der Anteil der Unternehmen, die aufgrund der Verzögerungen bei den BAFA-Genehmigungen bereits Aufträge verloren haben, sei mit 86% alarmierend hoch. Die Unternehmen kritisierten vor allem die eingeschränkte Erreichbarkeit im BAFA und das Fehlen regelmäßiger Statusmeldungen, was den Antragsprozess intransparent und unplanbar mache.

Hoffnung durch Änderungen im BAFA

Mit dem Amtsantritt von Bernhard Kluttig als neuem Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz biete sich nun die Gelegenheit, neue Impulse zu setzen. „Das Exportland Deutschland braucht endlich schlanke und verlässliche Prozesse. Unsere Unternehmen dürfen nicht länger durch bürokratische Hürden ausgebremst werden“, erklärt Jörg Mayer. „Effizientere Verfahren, transparente Kommunikation und zusätzliche Kapazitäten bei BAFA und BMWK sind unverzichtbar, um den Rückstand zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie nachhaltig zu sichern.“

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