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40 Jahre

15.11.2021

Als 1981 ein neues Fachmagazin auf der augenoptischen Bildfläche erschien, war der Branche schnell klar: Hier passiert etwas völlig anderes als in den bis dahin erscheinenden Zeitschriften. Jeder, der es gut mit Jörg Spangemacher meinte, riet ihm dringend davon ab, eine neue Fachzeitschrift auf den Markt zu bringen. „Niemand konnte sich vorstellen, was sie anderes sein sollte als ein Mix aus den damals bekannten Periodika. Ich denke, es ist nicht überheblich zu behaupten, mit dem FOCUS ist ein bis dato unbekanntes Sujet in die Branche gekommen“, erinnert er sich. In der Tat, wenn Sie durch die alten Ausgaben des FOCUS blättern, weht ein revolutionärer Wind aus den Seiten. Doppelseitige Aufmacher, fette Headlines, die an den Spiegel erinnern und ein Redakteur, der so lange nachbohrte, bis es zwar allen weh tat, aber den Kern der Sache traf.

Der FOCUS machte einfach. Wenn es sein musste, schmiss Jörg Spangemacher den ganzen Redaktionsplan über den Haufen und brachte eine Story, die gerade heiß war. Und es gab in dieser Zeit einiges zu berichten, stand die Augenoptik-Branche doch vor historischen Umbrüchen. Zu dieser Zeit erschien der FOCUS noch im Zwei-Wochen-Takt. Ein unglaubliches Pensum wurde abgearbeitet; gab es doch noch keine Handys, PCs und selbst das Faxgerät etablierte sich erst rund zehn Jahre später für die breite Masse.

Fotos wurden per Dia oder Film angeliefert, Layouts geklebt und Texte mit einer Schreibmaschine geschrieben. „1985“ erinnert sich Manuela Oltersdorf, die seit 37 Jahren für den ­FOCUS tätig ist, „gab es zumindest schon einen ‚Schreibautomat‘, der Texte zunächst intern speicherte. Allerdings musste das Dokument alle zwei Seiten auf einer Floppy Disk gespeichert werden.“ 1986 zog schließlich der erste PC in den Verlag ein und erleichterte die Redaktionsarbeit.

Anfang der 90er kam eine Software auf den Markt, die es erlauben sollte, Texte zu transkribieren. Fortschrittlich, wie man im Verlag des FOCUS war, wurde auch das angeschafft. Doch was herauskam, war leider oftmals nur schriftlicher Hackepeter. Auch ein Scanprogramm zu etwa derselben Zeit wurde eingesetzt, um Texte zu digitalisieren. „Da der damalige Chefredakteur vom AUGENSPIEGEL seine Texte noch per Schreibmaschine einreichte, die oftmals Löcher ins Papier hackte, kam man auch mit dieser Methode nicht zum gewünschten Ergebnis“, erinnert sich Manuela Oltersdorf.

Als der FOCUS seinen Platz in der Augenoptik-Branche eingenommen hatte, prägten immer wieder neue Themen und Ideen den Redaktionsalltag. Auch hier wurden mutige Entscheidungen getroffen oder einfach mit Spaß genetzwerkt. Dabei entstanden einige FOCUS-Originale, die einer ganzen Augenoptikergeneration im Gedächtnis blieb.

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Zu einem vielbeachteten Leuchtturmprojekt gehörte dabei der FOCUS-Designpreis. Rund zehn Jahre lang organisierte der FOCUS dieses Projekt, bei dem gut 100 Brillenfassungen in der Redaktion eingereicht wurden. Die Jurymitglieder aus der Industrie schauten sich die Fassungen der Azubis und Meisterschüler genau an und kürten die Plätze 1-3, die auf der Fachmesse Optica vergeben wurden. Einige der damaligen Jungdesigner sind heute erfolgreiche Unternehmer in der Industrie oder mit ihren Brillen auf internationalen Märkten vertreten.

Ein absolutes Novum war zur damaligen Zeit die Organisation der „Deutschen Tennismeisterschaften für Augenoptiker“, damit griff Spangemacher den Hype in den 90er Jahren nach dem Wimbledon-Sieg von Boris Becker auf. Drei Jahre lang konnten Augenoptiker ihr sportliches Talent auf diese Weise zeigen.

Zu den innovativen FOCUS-Schöpfungen gehörten Marktübersichten, Expertengespräche oder Nachrichten aus Bonn.

In dieser Ausgabe möchten wir zum 40-jährigen Bestehen des FOCUS an diese Zeit erinnern. Wir haben in den Archiven geblättert. Gescannt, gelesen und den Unternehmergeist unseres früheren Chefs gewürdigt, der auch dafür bekannt war, unbürokratische Entscheidungen für seine Mannschaft zu treffen. So ordnete er bei Sturm, Schnee oder Hitze durchaus an, die Arbeit von zuhause zu verrichten. In Sachen Digitalisierung, Homeoffice und Equipment war er seiner Zeit da bereits Jahrzehnte voraus.

Es ist gerade einmal zwei Jahre her, dass wir als langjährige Mitarbeiter mit dem neu gegründeten Eyepress-Verlag alle Titel von Jörg Spangemacher übernommen haben. Daher gilt auch ein Blick in die Zukunft. Ab Seite 19 lassen wir Sie gerne mit unseren Sonderseiten daran teilhaben.

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