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DESIGN-METAMORPHOSEN

Sissa Micheli in ihrem Wiener Atelier. Foto: Angela Mrositzki

Der FOCUS im Gespräch mit Sissa Micheli 

Momentaufnahmen zwischen Realität und Fiktion: Fotos der Künstlerin Sissa Micheli halten einen flüchtigen Augenblick fest. Sie arbeitet mit Objekten, mit Bewegung, mit Veränderung. Michelis kreative Designimpulse verleihen den Fassungen der „Artist Edition“ von Titanflex Women einen modernen, femininen, emotionalen Look. 

Wir sind zum Interview in ihrer Wiener Atelierwohnung ­verabredet. Bei der Begrüßung ist unschwer zu ­erkennen: Sissa Micheli ist brillenaffin. Zum schwarzen Outfit wählte sie ihr Lieblingsmodell aus der Kollektion, die ihren Namen trägt. Innen an der Wohnungstür hängen reihenweise Sonnenbrillen – persönliche Sammlerstücke. In der Kooperation mit der Eschenbach Eyewear aus Nürnberg ist sie das Thema Brille nun auch künstlerisch angegangen. 

Sissa Michelis Kunst ist vielschichtig und vielgestaltig 

Leben und Kunst als Transformation. Als fließender Prozess. Sissa Micheli kennt es nicht anders – nicht in ihrem eigenen Leben und schon gar nicht in ihrem künstlerischen Schaffen. Geboren in Bruneck (Südtirol), pendelt sie zwischen ­Österreichs Hauptstadt Wien und dem norditalienischen ­Pustertal – zwei Länder und Nationalitäten, welche die Familiengeschichte bestimmten. Wo sie sich mehr zugehörig fühlt? In ihren Adern fließe italienisches Blut, „das zeigt auch mein Gestikulieren beim Sprechen“, eines der typischen Merkmale, das die Italiener vom Rest der Welt unterscheide, lacht sie. Der „Stiefel Europas“ prägte ihre kulturelle Identität. Doch im künstlerischen Curriculum taucht eben auch ­Österreich auf. Mit siebenundzwanzig Jahren wird Micheli an der Wiener Akademie der Bildenden Künste aufgenommen, besucht parallel eine Schule für künstlerische Fotografie. Im Film erkennt sie ein mögliches Ausdrucksmittel: „Die Inspiration kam durch meinen Onkel, den italienischen Regisseur Ivo Barnabò Micheli. Bekannt wurde er durch seinen Film über Pasolini, in den 1980er Jahren verfilmte er den Inquisitionsprozess gegen Galileo Galilei mit Mario Adorf.“ Micheli faszinieren Fotografie und Film gleichermaßen. Sie wird zur Grenzgängerin zwischen beiden Medien: „Meine Fotografie war von ­Beginn an sehr filmisch, mich beschäftigten immer schon ­Objekte in Bewegung“. Erste Fotoserien ähneln Standbildern von Filmsequenzen. In Kombination mit Videosequenzen erschafft sie Bildwelten, in denen sich einzelne Bildelemente zu einer Geschichte zusammenfügen. Sie selbst steht dabei nicht nur hinter, sondern auch vor der Kamera, inszeniert sich selbst als Hauptdarstellerin. Sie spielt Frauenschicksale nach und schlüpft dafür in fremde Rollen und Kleider.

Dem flüchtigen Augenblick Gestalt verleihen

Über die Jahre entstanden unterschiedliche Werkserien. Im Wiener Atelier steht ordentlich aufgereiht eine Auswahl an Arbeiten, bereit für die nächste Ausstellung. „Ich habe immer ein Bild vor Augen, aus dem sich alles entwickelt. Eine Fotostory, eine Fotoserie, dann kommt der Film dazu, das Ganze setzt sich in Bewegung. Meine Fotos sind wie Malerei – auch meine Titel haben oftmals einen Bezug zur Malerei.“ Nicht immer sei das perfekte Bild auch das beste, erklärt Micheli. Sie lässt Raum für den Zufall, für das Experiment. „Ich habe Fotos gewaschen, eingefroren, mit Chemikalien verfremdet oder mit extremer Unter- oder Überbelichtung gearbeitet.“ Die künstlerische Konstante ihrer Bildwerke? „Es ist das ­Unbekannte, das Unbestimmbare, das mich fasziniert, weil es erst noch entdeckt werden muss.“ Da fliegen und schweben Möbel und Stühle durch den Bildraum. Oder Kleidungsstücke, die im Bild „eingefroren“ als temporäre Skulpturen eine ungeahnte Form annehmen. Für die Bildsequenz „On Transient Phenomena“ warf sie Stoffe vor Frauenkörper, ­entwickelte dafür eigens eine besondere Wurftechnik, um die gewünschte Modellierung, den gewünschten Faltenwurf des Stoffes zu erzielen. Es sei das Spannungsverhältnis ­zwischen Kalkül und Zufall, das sie reize, betont Micheli. „Das Unberechenbare. Das, was ich nicht hundertprozentig ­kontrollieren kann. Das Bild, das nicht fertig gedacht ist. Tatsächlich weiß ich vorher nicht, wie manches Foto ausschaut. Hätte ich es vorher fertig gedacht, ist es im Kopf schon tot.“

Künstlerische Evolution der Titanflex Women Artist Kollektion

Die Zürcher Künstlervermittlerin Petra Becker führte Micheli und Eschenbach zusammen. Senior Brand Manager im ­Bereich Marketing, Manuel Kummert, machte die Künstlerin mit der Philosophie der Marke vertraut. Kummert: „Titanflex Women steht für eine fortschrittliche Technologie, insbesondere in der Materialqualität, welche die Leichtigkeit und F­lexibilität der Brillen gewährleistet. Sissa Micheli erweitert diese Charakteristiken der Artist Kollektion um eine gestalterische und emotionale Komponente. Diese bietet dem augenoptischen Fachhandel zusätzliche Argumente für die Beratung der Kundinnen und die Kommunikation am POS.“ Die Marke solle so in ihrer Wahrnehmung gestärkt, ihre technischen Features, der besondere Tragekomfort der ­Brillen und die ästhetisch relevanten Designelemente hervorgehoben werden. „Wir möchten zeigen, wie feminin und emotional die Brillen sind.“ Von Sissa Micheli versprach man sich diesen entscheidenden kreativen Impuls. „Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit flüchtigen Momenten, Perspektivwechseln und Bildwelten zwischen Realität und Inszenierung. Dies passt sehr gut zu Titanflex Eyewear.“ Die Affinität zwischen Michelis Kunst und der Artist Kollektion sei stimmig und nachvollziehbar, so der Brand Manager.

Korrektionsfassungen und Sonnenbrillen sind eindeutig auf eine feminine Zielgruppe ausgerichtet. „Wichtig war uns, Weiblichkeit nicht eng oder klassisch zu interpretieren. Die Modelle stehen für eine moderne, selbstbewusste Designsprache: leicht, präzise, tragbar – mit einem besonderen künstlerischen Akzent. Sie sprechen Frauen an, die eine hochwertige Fassung suchen, die im Alltag funktioniert, sich aber vom Brillen-Mainstream abhebt. Sie wissen die Materialqualität zu schätzen, legen aber ebenso Wert auf Form, Farbe, Ausdruck und eben mehr Individualität“, erklärt Kummert.

Experimentierfreudig und mutig ging Sissa Micheli den ­Designprozess an. „Das Fassungsdesign ist auf Frauen ab vierzig Jahren ausgerichtet, die unabhängige Businessfrau, schick, elegant gekleidet. Mit einem Sinn für Ästhetik, wie sie meine Bilder zum Ausdruck bringen. Meine erste Frage an Eschenbach war deshalb: Wie viel kreative Freiheit habe ich?“ Die Sissa-Micheli-Modelle zeigen: Freiheit genug! Ihr italienisches Designempfinden spiegele sich primär in den größeren, ausdrucksstarken Formen wieder, betont Micheli. Auch in der Farbpalette. „Ich wollte die Gestaltung der Fassungen künstlerisch angehen und habe mit Elementen und Farbkombinationen auf den Bügeln gespielt. Die Tonalität meiner Brillenentwürfe orientiert sich an den Farbstimmungen ­meiner Bildhintergründe, die Muster sind aus Fotos herauskopierte Ausschnitte. Auch Interpretationen von Verläufen und Faltungen, die durch besondere Fräsungen erzielt ­wurden, kommen vor.“ Die Vorstellung, eine Brillenlinie zu designen, die ihre kreative Handschrift, ihren Namen trägt, habe sie verlockend gefunden, lächelt Micheli. „Das Ergebnis macht mich sehr glücklich.“

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