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Foto: Silke Sage

Nun findet sie also statt – unsere große Fachmesse der Branche. Die Opti wird nicht ganz so groß ­werden, wie viele gehofft haben, nicht mit der gewohnten Selbstverständlichkeit, nicht mit der üblichen ­Ausstellerbesetzung und nicht zur gewohnten Zeit. Aber sicher für die, die teilnehmen mit einem wohltuenden Verständnis von Rückkehr zur Normalität – verbunden mit der Hoffnung auf gute Geschäfte und dem Ausbau neuer echter Netzwerke. Messen bleiben für Aussteller und Besucher die Plattform zur Neukundengewinnung und für die Präsentation neuester Produkte und Technologien. 

Online- und Hybridformate haben sicher ihren Reiz. Man ist ruck-zuck angemeldet, muss sich keinen Meter bewegen und schont den Geldbeutel. Schon allein bei den Teilnehmerzahlen hat sich so manch kleines Symposium über nie dagewesene Resonanz erfreut. Da wird auch gerne gleich das ganze Team angemeldet und weitergebildet. Ob die Besucher dann allerdings den Vorträgen so rege folgen, während zwischendurch dem Briefträger geöffnet wird oder die Nägel gefeilt werden, lässt sich nicht seriös überprüfen. 

Ein wichtiges Element fehlt gänzlich beim Online-Format: Die Zufallsbegegnung. Im Vorbeigehen einen Kollegen aus alten Zeiten der Meiserschule treffen, ein innovatives Gerät ausprobieren oder eine schräge und abgefahrene Brille ent­decken – bei einem Hersteller, den man so niemals auf dem Schirm gehabt hätte. Das sind die Momente, die sich häufig für die Zukunft auszahlen und die die Besucher wieder beseelt die Heimreise antreten lassen.

Eine analoge Messe zu besuchen, bedeutet auch Mühe. Mühe für die Hersteller bei der Planung, der Anfahrt und beim ­finanziellen Druck. Auch für die Besucher bedeutet es Mühe: Zeit muss freigeschaufelt werden, Unterkünfte buchen sich nicht von selbst und die Anfahrt gilt es zu organisieren. Letztendlich liegen auf beiden Seiten Kosten und Zeit in der Waagschale. Also muss sich dieser Messebesuch ganz einfach lohnen, wodurch er zwangläufig einen viel größeren Stellenwert erhält als ein Mausklick vor dem Bildschirm.

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Nicht zu vergessen: Auch die Messebetreiber stehen unter hohem Druck. Für sie waren die vergangenen anderthalb Jahre praktisch ein Desaster. 2021 konnten von den 380 ­geplanten Messen nur 101 in der 2. Jahreshälfte durchgeführt werden. Messen waren erst seit September 2021 in ganz Deutschland überhaupt wieder möglich. Es wurden knapp 700.000 Quadratmeter Standfläche, 35.000 Aussteller und 2,1 Millionen Besucher auf deutschen Messegeländen gezählt. Das sind 85% weniger Aussteller und Besucher als in einem durchschnittlichen Messe-Jahr vor der Corona-Pandemie.1 

Die zahlreichen Absagen von Messen bedeuten nicht nur für die direkt involvierten Akteure wie Veranstalter, Aussteller, Besucher und Dienstleister Einbußen, sondern ziehen auch andere Bereiche aus der Peripherie mit hinunter, mit zum Teil gravierenden wirtschaftlichen Folgen. Betroffen sind auch das Hotelwesen, Gastronomie, Transportgewerbe, Handel und Handwerk. Die gesamtwirtschaftlichen Verluste durch die Absage von Messen betrugen für 2021 laut Berechnungen des Instituts der Deutschen Messewirtschaft 24,4 Mrd. €. Und seit Pandemie-Beginn im März 2020 liegt der Verlust gar bei 50 Mrd. €, was einer Gefährdung von 165.000 Arbeitsplätzen nach sich zog. Nicht zuletzt fehlte auch dem Fiskus der ein oder andere Euro in diesem Zusammenhang.

Mit dieser Messe kehren wir zwar (noch) nicht komplett zurück zum Status quo vor Corona, doch wir kommen ein Stück zurück zum alten geschäftigen Treiben unserer Branche. Schaffen wir es also alle gemeinsam heraus aus der allgemeinen Bräsigkeit und gelangen zurück zu vollem Tatendrang. Schauen wir mit Vorfreude auf die Opti. Hoffen wir auf gute Geschäfte und eine rege Teilnahme!

1 AUMA (Verband der deutschen Messewirtschaft)

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