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Haltung zeigen

Bild: Jorm Sangsorn / iStockphoto

Was hat morgen noch Bestand von dem, was wir heute­­ tun, wie wir heute leben und arbeiten? Angesichts multipler globaler Krisen, sozialer Spannungen und ausgereizter ökologischer Grenzen gerät auch das herkömmliche, wachstumsgetriebene Wohlstandsmodell zunehmend ins Wanken. Wird es langfristig durch etwas Neues ersetzt? Forschung und Wissenschaft – beispielsweise an der Bergischen Universität in Wuppertal oder am Wuppertal Institut in der Abteilung Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren – beschäftigen sich schon länger mit der Frage: Wie kann Wohlstand unter den Bedingungen ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Umbrüche zukunftsfähig gestaltet werden?

Auf jeden Fall dürfe Wohlstand nicht länger als individueller Besitzstand verstanden werden. Vielmehr als gesellschaftliches Versprechen – getragen von ökologischer Verantwortung, sozialer Gerechtigkeit, demokratischer Teilhabe und einer gemeinsamen kulturellen Orientierung.

Auch im Unternehmen. Gerade dort sind es die Führungskräfte, die bewegen. Sind wir aber bereit dazu umzudenken und eine nachhaltige Unternehmensführung zu schaffen? Gerade jetzt, wo die Wirtschaft existenzbedrohend schwächelt? Sollte man da nicht bremsen und auf scheinbar bewährtes Denken zurückgreifen? 

Nein, gehen Sie die erforderlichen Veränderungen an. Erfolgreiche Unternehmen machen es vor. Beispielsweise der Bierbrauer Lammsbräu, wo schon vor Jahren zukunftsorientierte Prozesse angestoßen wurden. Inhaber Johannes Ehrnsperger erklärte auf dem Nachhaltigkeitscongress 2025 in Essen dazu: „Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für eine nachhaltige Unternehmenstransformation ist die persönliche Überzeugung und die eigene Haltung. Nachhaltigkeit sollte ein Kernbestandteil des Unternehmensleitbildes sein und in der Unternehmenskultur verwurzelt sein. Führungskräfte sollten Lust haben auf persönliche Weiterentwicklung und sich mit Freude für Innovationen im Sinne der Unternehmensstrategie engagieren.“

Es geht nicht um Patentrezepte, die für alle Gültigkeit haben. Es geht dabei um Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Um Chancen. 

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Nachhaltiger Konsum wird die Augenoptik sicherlich langfristig verändern. Erfolg hängt allerdings nicht allein von Bio-Acetat-Fassungen oder PFAS-freien Beschichtungen ab. Für Augenoptiker bedeutet dies, dass die Kundenberatung sich von der reinen Sehstärkenkorrektur hin zu einer ganzheitlichen Produkt- und Dienstleistungsökologie wandeln muss.

Eine nachhaltige Unternehmensführung bildet dann die Basis für Glaubwürdigkeit. Es geht um ökologische Verantwortung in der Betriebsinfrastruktur, bei Investitionen in die Energieversorgung oder im Ladenbau, es geht um Ressourcenmanagement und Werkstattprozesse – wie Schleifwasser zu filtern und/oder Plastikmüll zu vermeiden oder es geht um Investitionen in die Gesundheit und Prävention bei den eigenen Mitarbeitenden. 

Nicht zu vergessen das Produktportfolio: Der Trend zum nachhaltigen Konsum revitalisiert die Themen Reparatur und Langlebigkeit. Wer als Betrieb aktiv Reparaturservices anbietet und dafür wirbt, kann nicht nur die Kundenbindung erhöhen, sondern positioniert sich als kleiner, aber aktiver Teil der Kreislaufwirtschaft. Dies erfordert eine Umstellung des Sortiments auf Produkte, die sich tatsächlich reparieren lassen. Interesse? Lesen Sie hierzu den Artikel auf Seite 24.

Die nachhaltige Unternehmensführung transformiert den Augenoptiker vom reinen Händler zum verantwortungsvollen lokalen Anbieter von Dienstleistungen rund um die Augengesundheit. Nur wer intern die ökologischen und sozialen Standards lebt, kann die Ansprüche der neuen, kritischen Konsumentengeneration glaubwürdig erfüllen und so seine eigene langfristige Marktfähigkeit sichern.

Die Augenoptik ist eine Zukunftsbranche, die von einem wachsenden Sehbedarf profitiert. Um dieses Wachstum langfristig zu sichern, muss der stationäre Fachhandel seine Alleinstellung durch ehrliche Nachhaltigkeit untermauern. Wer heute in langlebige Produkte, Transparenz und Reparaturkompetenz investiert, der bindet nicht nur die Kunden von heute, sondern gewinnt auch die verantwortungsbewussten Kunden von morgen. 

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