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ROPO im Wandel

Bild: Nestea06 / Envato

Wie „Research Online“ 2025 revolutioniert wird

Das Prinzip ROPO – „Research Online, Purchase Offline“ – bestimmt seit Jahren das Einkaufsverhalten von Konsumenten, gerade auch in der Augenoptik. Während der Gang ins Geschäft oft der letzte Schritt auf dem Weg zur neuen Brille oder zu individuellen Kontaktlinsen ist, entscheidet das vorherige digitale Suchen längst, ob und bei wem wirklich gekauft wird.

Die Online-Recherche, die den Anfang jeder Kaufreise bildet, erfährt aktuell eine grundlegende Veränderung: Immer mehr Menschen recherchieren entweder direkt mit Künstlicher Intelligenz oder über soziale Plattformen, nicht mehr zuerst über Google.

Google bleibt wichtig – aber das Monopol bröckelt

Google dominiert mit Marktanteilen von teils über 80% weiterhin die klassische Websuche, verarbeitet weltweit täglich Milliarden Anfragen – allein 2025 sind es über 8,5 Milliarden pro Tag. Doch die Art, wie Nutzer recherchieren, verändert sich spürbar. KI-basierte Suchsysteme wie ChatGPT, Perplexity und Copilot gewinnen rasant an Bedeutung:

  • 2025 nutzen weltweit rund 378,8 Millionen Menschen KI-Suchmaschinen aktiv – davon sind 65% Millennials und Gen Z.
  • Laut Branchenstudien erfolgt ein Drittel der Online-Recherchen mittlerweile mit KI-gestützten Chatbots wie ChatGPT oder Perplexity.
  • ChatGPT.com war im ersten Halbjahr 2025 weltweit bereits unter den fünf meistbesuchten Webseiten – direkt hinter Google, YouTube, Facebook und Instagram.

Die Gründe für diesen Shift liegen auf der Hand: KI liefert schnelle, kontextbasierte und oft werbefreie Antworten – Nutzer sparen sich das Durchforsten unzähliger Webseiten und lange Ergebnislisten.

Die Social-Suche: So recherchiert die Generation TikTok und Instagram

Noch dynamischer ist der Wandel, den die sozialen Medien auslösen. Insbesondere die junge Zielgruppe startet ihren Rechercheprozess nicht mehr im Browser, sondern direkt bei TikTok, Instagram und anderen Social Apps.

  • Plattformen wie TikTok, Instagram oder Pinterest werden nicht nur zur Inspiration genutzt, sondern wachsen stetig zum vollwertigen Recherchetool.
  • Social Media-Plattformen integrieren Shop- und Produktsuchfunktionen, die den gesamten Kaufprozess abbilden – etwa mit Instagram Shop oder TikTok Shop, Live-Shopping-Events und KI-gestützten Empfehlungssystemen.
  • „Social Commerce“ wird 2025 zu einem integralen Bestandteil von E-Commerce. Influencer und User-Generated Content bieten Produktempfehlungen, die laut Studien als besonders vertrauenswürdig eingestuft werden und die Conversion-Rate („Besucher wird Kunde“) erhöhen.

Stichwort SEO: Damit Produkte und Fachgeschäfte überhaupt gefunden werden, setzen Unternehmen 2025 gezielt auf Suchmaschinenoptimierung für Social Media-Plattformen, also Keywords in Captions, Hashtags und Profiltexten.

Was heißt das für Augenoptik-Unternehmen?

Für Augenoptiker und stationäre Fachgeschäfte steigt der Druck, die digitale Sichtbarkeit neu zu denken. Es reicht nicht mehr, mit einer eigenen Website und Google-Optimierung präsent zu sein. Die Inhalte und die Auffindbarkeit müssen gezielt auf die neuen Kanäle ausgerichtet werden:

  • Authentische, KI-optimierte Produktstellen und Beratungsvideos helfen, auch in KI-Suchmaschinen und Social Feeds zu erscheinen.
  • Reels und Kurzvideos zeigen Brillenmode, Styling-Tipps oder das Beratungserlebnis vor Ort und schaffen eine persönliche Bindung.
  • Interaktion, Bewertungen und Community-Strategie sorgen für Vertrauen – nicht nur auf der Website, sondern überall, wo die digitale Recherche beginnt.

Wer als Experte und Berater in der digitalen Recherche auftaucht, hat die besten Chancen, später auch im stationären Geschäft zu überzeugen.

ROPO ist lebendig – aber digital fragmentiert

Das ROPO-Prinzip funktioniert 2025 so aktiv wie nie – doch die digitale Recherche ist fragmentierter und vielfältiger geworden. KI-gestützte Suchmaschinen und Social Media sind keine Nischen, sondern Mainstream. Die nächsten Brillenkunden starten ihre Recherche vielleicht bei TikTok, ChatGPT oder Instagram – und gewinnen dort den ersten Eindruck, der den Ladenbesuch auslöst. Unternehmen, die auch diese neuen Einstiege verstehen und ihre Inhalte entsprechend ausrichten, sichern sich den entscheidenden Vorsprung in einer Branche, in der persönliche Beratung und individuelle Lösungen weiterhin den Unterschied machen.

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