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Weiter gute Preise für Augenoptik-Geschäfte möglich

Brillensortiment beim Augenoptiker
Beim Kauf und Verkauf von augenoptischen Fachgeschäften lassen sich weiter gute Preise erzielen. Bild: Scott van Daalen/Unsplash

AOS Unternehmensberatung mit Experten-Analyse zum Kauf und Verkauf

Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen sind die Kaufpreise für augenoptische Geschäfte weiterhin auf gutem bis sehr gutem Niveau. Ein immer weiter steigendes Angebot an Geschäften, die zum Verkauf stehen, trifft dabei auf eine stabile, in Teilsegmenten aber auch sinkende Nachfrage. Die Experten der AOS Unternehmensberatung aus Dortmund geben auf Basis ihrer jährlichen Analyse einen umfassenden Ausblick.

Das Interesse an augenoptischen Geschäften sei im vergangenen Jahr weitestgehend stabil geblieben, reüssieren die Autoren Stefan Herburg, Diplom-Volkswirt und Ingo Kemmer, Diplom-Kaufmann von der AOS Unternehmensberatung GmbH. Die Tatsache, dass sich traditionelle augenoptische Fachgeschäfte auch im letzten Jahr im Großen und Ganzen wirtschaftlich gut gehalten haben, gebe vielen Käufern trotz eines schlechten letzten Quartals weiterhin die Zuversicht zu investieren. Wer plane, sein Geschäft aus Alters- oder anderen Gründen in neue Hände zu geben, habe weiter in vielen Fällen Grund zum Optimismus – aber eben nur in vielen Fällen, nicht in allen. Wer ein Geschäft übernehmen möchte, habe gerade heute sehr gute Karten.

Nachfrage an Augenoptik-Fachgeschäften deutlich höher als das Angebot

Bei größeren (ab ca. 800T Euro Netto-Jahresumsatz) inhabergeführten Geschäften sei das Interesse von Kaufwilligen ungebrochen. Hier seien fast ausnahmslos Käufer unterwegs, die bereits Geschäfte haben und expandieren wollen. Bei diesen Geschäften bewegten sich die Preise weiter auf gutem bis sehr gutem Niveau. Die Nachfrage übersteige das Angebot zum Teil deutlich. Trotzdem werde auch hier nicht „blind“ gekauft, sondern individuell die Qualität des Objekts geprüft.

Bei mittelgroßen (400T bis 800T Euro Netto-Jahresumsatz) Geschäften kommen neben den oben genannten Investoren Existenzgründer als potenzielle Käufer hinzu. Auch hier sei die Nachfrage gut. Bei den schon seit längerem schwieriger zu verkaufenden Geschäften (250T bis 400T Euro Netto-Jahresumsatz) zeichne sich ein weiterer Rückgang der Nachfrage ab. Diese Geschäfte stünden häufig alleine im Fokus von Existenzgründern.

Geschäfte mit einem Umsatz, der noch darunterliegt, finden immer häufiger überhaupt keinen Käufer, so die Experten. Der Umsatz, bei dem ein Verkauf so gut wie unmöglich ist, habe sich auch im letzten Jahr weiter nach oben entwickelt. Somit bleiben auch Schließungen von Geschäften ein Thema. Aber auch hier ließe sich mit einer guten Planung eines Räumungsverkaufs, verbunden mit einer Übergabe von Kundendaten sowie Verkauf von Maschinen und Geräten ein ordentlicher Überschuss erzielen. Auch für diese Vorhaben empfehlen die Experten die Begleitung eines fachkundigen Beraters, denn hier würden mehrere Fallstricke lauern, die zu beachten sind.

Unsicherheit bei den Existenzgründern

Gründer würden sich aktuell eher vorsichtig zeigen, so Herburg und Ingo Kemmer. Die Unsicherheit, wie sich die Konjunktur, die Konsumneigung der Verbraucher, die Inflationsraten und weitere Parameter entwickeln, ließen viele ihre Gründungsüberlegungen verschieben. Insgesamt gehe die Anzahl der Gründer auch weiterhin zurück. Leicht bessere Karten habe der Betriebsinhaber, der einen übernahmewilligen Mitarbeiter oder Nachfolger in der Familie hat. Die größere Nähe der Akteure zueinander würde aber auch Gefahren bergen, sodass dieser Übergabeprozess optimal geplant und moderiert werden muss.

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Auffallend sei zudem, dass die Mobilität der Investoren insgesamt deutlich rückläufig ist. Die meisten Käufer suchen Geschäfte, die sie von ihrem bisherigen Lebensmittelpunkt gut erreichen können. Das Risiko eines Umzugs gehen Gründer zurzeit kaum noch ein. Dazu kommt, dass für viele Gründer die Work-Life-Balance an Bedeutung gewonnen hat. So werden aktiv Geschäfte mit ausreichend Mitarbeitern in einer gewissen Größe gesucht, da dies mehr Freiraum bietet.

Die „Spezialisten“ lassen sich schwerer veräußern

Unternehmen mit einer ausgeprägten Spezialisierung, z.B. auf optometrische Dienstleistungen oder Kontaktlinsen, seien weiterhin schwer zu veräußern, da diese Fachgeschäfte häufig eine überdurchschnittlich hohe Bindung an den Inhaber aufweisen. Und gerade diese Prägung stelle ein Risiko für einen Erwerber dar. Dazu komme, dass der Käufer ein spezielles Know-how mitbringen muss. Bei diesen Geschäften sei es noch wichtiger, dass Verkäufer und Käufer gut zueinander passen, da eine intensive Begleitung des Verkäufers nach der Übergabe von noch höherer Bedeutung ist.

Die größte Hürde bei einer Betriebsübergabe sei immer noch das Personal. Gerade für Käufer, die bereits Geschäfte haben und expandieren, wird die Wiederbesetzung der Stelle des alten Inhabers immer mehr zu einer Herausforderung.

Gestiegene Zinsen werden zum Thema

Das im letzten Jahr schnell und deutlich gestiegene Zinsniveau komme nun als neues Thema hinzu. Obwohl dieses bei langfristiger Betrachtung immer noch moderat sei, hätten sich die Zinsen im letzten Jahr etwa verdoppelt. Dies gelte auch, wenn öffentlich geförderte Programme in Anspruch genommen würden. Dazu komme, dass Banken wieder vorsichtiger werden.

Neben dem klassischen Gründer seien weiterhin Investoren am Markt tätig, die von einigen wenigen bis zu vielen hunderten Geschäften haben. Dazu treten weiter Käufer auf den Plan, die ihr Kapital aus Private-Equity-Fonds oder von anderen Geldgebern haben.

Die Bandbreite am Markt erzielter Verkaufspreise lag nach der AOS über alle Größenklassen und Regionen im Jahr 2022 zwischen 17% und bis über 100% eines Jahresumsatzes inkl. eines üblichen Warenbestands. Bei den ganz großen Geschäften stelle das einen Höchststand dar. Bei kleineren Geschäften sei dieser Wert noch nie so gering gewesen. Doch der Umsatz allein sorge nicht automatisch für Höchstpreise. Hier gebe es unter anderem regionale Unterschiede. Aber auch eine Reihe weiterer Aspekte spiele eine wichtige Rolle. So hängen wichtige Einflussfaktoren wie Rechtsform, Lage, Inhaberabhängigkeit und Personalsituation, Mietvertrag, Stückzahlen, Durchschnittspreis, Qualität und Wert der Aktiva, die Strukturdaten des Ortes, der Investitionsbedarf, die Wettbewerbssituation, weitere Sortimente, wie z.B. Hörakustik oder Uhren/Schmuck sowie viele andere Rahmenbedingungen gar nicht oder nur bedingt vom Umsatz oder Gewinn ab, seien aber auf jeden Fall preisrelevant. Und nicht zuletzt bestimmten am Ende Angebot und Nachfrage den Preis der Geschäfte.

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