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ZVA stellt neue Verbandsspitze vor

Das neu gewählte ZVA-Präsidium 2026 (v. l.:) – ZVA-Präsident Kai Jaeger, Vizepräsidentin Sylvia Alps und Vizepräsident Armin Ameloh. Bilder: ZVA / Peter Magner

Mitgliederversammlung in Lübeck setzt auf Zusammenarbeit und Kontinuität

Der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen hat am 7. und 8. März 2026 seine Delegierten zur Mitgliederversammlung nach Lübeck eingeladen. Die jährliche Zusammenkunft stand unter dem Motto „Gemeinsam gestalten“ und verband einen Rückblick auf die Arbeit der zurückliegenden Jahre mit Weichenstellungen für die kommenden Amtszeiten. Erstmals in der 75-jährigen Verbandsgeschichte wurde eine Frau zur Vizepräsidentin gewählt.

Christian Müller eröffnete die Mitgliederversammlung, die zugleich die letzte seiner fast 17‑jährigen Amtszeit war – zunächst als Vizepräsident, seit 2023 als Präsident. Mit der Verleihung des Goldenen ZVA‑Ehrenzeichens an Lars Hellberg und Stefan Pape leitete er das zweitägige Programm in der Hansestadt ein.

Die Würdigungen stellten den Auftakt einer Versammlung dar, die durch inhaltliche und personelle Entscheidungen geprägt war und insbesondere die zukünftige Ausrichtung der Verbandsarbeit in den Mittelpunkt rückte.

Auszeichnungen für langjähriges Engagement

Lars Hellberg erhielt die Ehrung für seine langjährige ­Arbeit in der beruflichen Bildung. Seit 2010 gehört er dem Berufsbildungsausschuss an und bringt dort seine fachlichen Kenntnisse ein. Parallel dazu prägte er zudem über viele Jahre hinweg in verantwortlichen Funktionen bei Fielmann – zuletzt als Geschäftsführer der Fielmann Akademie Schloss Plön – die Ausbildung zahlreicher Nachwuchskräfte. In seiner Dankesrede erklärte er, er nehme die Auszeichnung „nicht für sich persönlich, sondern für die Gemeinschaft an, in der durch Austausch immer ein guter Weg gefunden worden sei“.

Auch Stefan Pape wurde für sein langjähriges Engagement im Berufsstand geehrt. Er ist seit den frühen 1990er-Jahren berufspolitisch aktiv und seit 1996 Obermeister der Landesinnung Schleswig-Holstein. Der Verband würdigte unter anderem sein Engagement für Prüfungsausschüsse, den Schulbeirat der Landesberufsschule Lübeck sowie seine Mitarbeit im Berufsbildungsausschuss. In seinem kurzen Dank sagte er, es habe „viel Spaß gemacht, sich gemeinsam für gute Rahmenbedingungen in der Augenoptik einzusetzen“.

Bilanz eines anspruchsvollen Verbandsjahres

Christian Müller verband seinen Bericht zur aktuellen ­Situation der Augenoptik mit einem Rückblick auf das vergangene Jahr. Hierbei betonte er, dass zahlreiche Projekte vorangebracht worden seien. Die neue Meisterverord­nung, die im Juli dieses Jahres in Kraft tritt, bezeichnete Müller als „echtes Meisterstück beharrlicher Verbandsarbeit“, da sie es aus seiner Sicht schaffe, die handwerkliche Basis des Berufsstandes mit dem Anspruch eines modernen ­Gesundheitsberufs zu verbinden.

Zu den weiteren Schwerpunkten im zurückliegenden Jahr zählte die politische Interessenvertretung im Bereich der Hilfsmittelversorgung. Der Verband führte Gespräche mit Bundestagsabgeordneten und beteiligte sich am Austausch beim Parlamentarischen Abend der Gesundheitshandwerke in Berlin. Dort wurde der Hilfsmittelreport vorgestellt, der in Zusammenarbeit mit weiteren Gesundheitshandwerken entstanden ist. Zudem äußerte sich der Verband öffentlich zu Fragen der Reform der Hilfsmittelversorgung, der Zugangsregelung zur elektronischen Patientenakte und zur Entbürokratisierung des Präqualifizierungsverfahrens.

Ein weiteres Thema bleibt der Umgang mit neuen Geschäfts­modellen. Im Zusammenhang mit dem Unternehmen Brillen.de betonte Christian Müller, dass der ­Verband gemeinsam mit der Handwerksorganisation weiterhin für die Einhaltung handwerksrechtlicher Vorgaben eintrete und zugleich die Chancen der Digitalisierung nutzen wolle. Dabei sei es entscheidend, Qualitätsstandards zu wahren und der Gefahr einer Zersplitterung im Berufsstand entgegenzuwirken.

Abschied nach vielen Jahren im Präsidium

Zum Ende seines Berichts blickte Christian Müller noch einmal spürbar bewegt auf seine mehrjährige Arbeit im Verband zurück. Er hob die Bedeutung der gemeinsamen Entscheidungsfindung hervor und sagte: „Wir haben uns immer geeinigt – nicht auf einen Kompromiss, sondern auf die beste Lösung. Wir haben immer miteinander gesprochen, nicht übereinander.“ Die Weiterentwicklung der beruflichen Bildung – darunter das COE-System und die neue Meisterverordnung – bezeichnete Müller  als zentrale Fortschritte.

Am Schluss bat er die Delegierten darum, die Arbeit auch unter dem neuen Präsidium weiter geschlossen zu unterstützen: „Unterstützt auch das folgende Präsidium mit all eurer Kraft!“ Für sein langjähriges Engagement wurde er vom ZVA zum Ehrenpräsidenten ernannt. Lesen Sie hierzu auch den Artikel.

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Delegierte wählen neue Verbandsspitze

Einen zentralen Punkt der Tagung bildeten die turnusmäßigen Wahlen der Verbandsgremien. Kai Jaeger, bislang Vizepräsident, wurde einstimmig zum neuen Präsidenten gewählt. In seiner Ansprache betonte er den Wert eines einheitlichen Auftretens gegenüber politischen und wirtschaftlichen Akteuren: „Wir wollen die Stimme für Augenoptik und Optometrie bleiben. Eine Spaltung im Berufsstand können wir uns nicht leisten. Nur wenn wir geschlossen auftreten, können wir etwas erreichen und werden wir gehört.“ Ein Präsident könne zwar vieles anstoßen, so sagte er, aber nichts allein durchsetzen. Die Zusammenarbeit innerhalb des Verbandes sei entscheidend. Armin Ameloh wurde als erster Vizepräsident im Amt bestätigt, während Sylvia Alps aus Bleckede in Niedersachsen neu zur Vizepräsidentin gewählt wurde. Als erste Frau in 75 Jahren Verbandsgeschichte, die diese wichtige Funktion übernimmt, stellte sie sich mit den Worten vor: „Ich bin Handwerkerin. Ich möchte machen. Ich würde mich freuen, wenn Sie mich machen lassen.“

Auch die Ausschussvorsitzenden wurden neu bestätigt oder gewählt. Rainer Hankiewicz bleibt Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses, Giovanni Di Noto führt weiterhin den Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing. Armin Ameloh übernimmt künftig den Vorsitz des Betriebswirtschaftlichen Ausschusses und Dr. Carolin ­Truckenbrod wurde zur Vorsitzenden des Fachwissenschaftlichen Ausschusses gewählt.

Berichte aus den Ausschüssen

Die Ausschüsse gaben bereits vor den Wahlen Einblicke in ihre aktuelle Arbeit. Der Berufsbildungsausschuss, vertreten durch Rainer Hankiewicz, berichtete über den aktuellen Stand der Umsetzung der neuen Meisterprüfungsverordnung und über Überlegungen zur Weiterentwicklung der Ausbildungsordnung. Die Ausbildung soll weiterhin praxisnah bleiben und zugleich auf neue Anforderungen vorbereitet werden.

Thomas Heimbach, bis dahin Vorsitzender des Betriebswirtschaftlichen Ausschusses, stellte aktuelle Entwicklungen der wirtschaftlichen Lage vor. Während der Gesamtumsatz der Branche leicht steigt, gehen die Stückzahlen verkaufter Brillen tendenziell zurück. Durchschnittspreise steigen hingegen, während Betriebe insbesondere bei Personal, Wareneinkauf und Energie steigende Kosten verzeichnen.

Für den Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing präsentierte Giovanni Di Noto laufende Maßnahmen der Verbandskommunikation. Ziel sei es, den Berufsstand als Gesundheitsdienstleister zu positionieren und dessen Sichtbarkeit weiter zu stärken. Dazu gehören Medienarbeit, Kommunikationskampagnen und die Weiterentwicklung der digitalen Plattform des Verbandes.

Kommunikation und strategische Impulse

Die Mitgliederversammlung bot neben den formalen Punkten auch inhaltliche Anstöße. Der Kommunikationsexperte Volker Gaßner stellte das Konzept des politischen Framings vor und erläuterte, wie Sprache die Wahrnehmung von Themen beeinflusst. Für Verbände sei es wichtig, mit klaren Botschaften präsent zu sein, um die eigenen Anliegen wirksam einzubringen.

Einen Ausblick auf die Weiterentwicklung der Imagekampagne „Ihre Innungsoptiker“ gab Johanna Rodenbäck. Die Kampagne soll ab dem zweiten Quartal 2026 mit neuen Schwerpunkten fortgeführt werden. Die Delegierten nutzten die Gelegenheit, um Anregungen einzubringen, die in die kommenden Planungen einfließen sollen.

Zudem stellte ZVA-Geschäftsführer Dr. Jan Wetzel das Netzwerk des Verbandes vor, das für die politische Interessenvertretung relevant ist und berichtete über die Zusammenarbeit mit Fachverbänden und Organisationen wie unter anderem dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), dem Industrieverband Spectaris, der Europäischen ECOO oder der Wettbewerbszentrale.

Quelle: ZVA

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