Anzeige
Menicon (Banner)
|

Forschung: Neuer Ansatz für Therapien gegen Erblindung

Augenhintergrund mit professioneller Kamera aufgenommen
Ein Gefäßmechanismus im Auge liefert neue Therapieansätze gegen Erblindung bei Netzhauterkrankungen. Symbolbild: SteveAllenPhoto999/Envato

Molekulare Prozesse im Auge genauer entschlüsselt

Ein Forschungsteam unter Leitung der Medizinischen Fakultät Mannheim hat einen Mechanismus identifiziert, der krankhafte Gefäßneubildungen in der Netzhaut beeinflusst. Untersucht wurden Prozesse, die bei Erkrankungen wie diabetischer Retinopathie oder altersbedingter Makuladegeneration auftreten. Dabei steht ein Lipidstoffwechselprodukt im Zusammenhang mit Zellschäden und einer gestörten Gefäßbildung im Auge.

Im Zentrum der Studie steht das Molekül 2‑Hexadecenal, ein Abbauprodukt von Sphingosin-1-Phosphat. Die Forscher zeigten, dass eine gestörte Verarbeitung dieses Stoffes zu Zellschädigungen in der Retina führen kann. Ursache ist unter anderem eine Form des Zelltods, die mit Eisenstoffwechselprozessen verknüpft ist.

Versuche mit Zebrafischen sowie Analysen an Patientendaten deuten darauf hin, dass die Hemmung bestimmter Rezeptoren die Gefäßbildung im Auge beeinflusst. Die beobachteten Veränderungen ähneln fortgeschrittenen Stadien menschlicher Netzhauterkrankungen.

Anzeige
Essilor (Banner)

Mögliche Bedeutung für künftige Behandlungen

Die Ergebnisse liefern Hinweise auf neue therapeutische Ansätze. Neben etablierten Behandlungen könnten künftig Wirkstoffe eingesetzt werden, die direkt in den beschriebenen Signalweg eingreifen. Für verwandte Mechanismen existieren bereits zugelassene Medikamente aus anderen Indikationen.

Die Studie erweitert das Verständnis von Gefäßerkrankungen im Auge und zeigt mögliche Perspektiven für gezieltere Therapien auf. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Fachjournal Nature Communications.

Ähnliche Beiträge

  • IACLE: Virtuelle Konferenz

    Mehr als 150 Delegierte verfolgten am 24. April live online, wie die International Association of Contact Lens Educators (IACLE) ihre zweite globale virtuelle Konferenz veranstaltete.

  • Rodenstock: Kooperation mit Kinderbrillen-Label Manti Manti

    Der Brillenglashersteller Rodenstock und das Kinderbrillen-Label Manti Manti arbeiten künftig zusammen. Dabei sollen die Fassungen der Berliner in Kombination mit dem Myopie-Management-Brillenglas „MyCon“ Kindern zu besserem Sehen verhelfen.

  • Operationsmöglichkeiten des Grünen Stars

    Für die Behandlung beim Glaukom bzw. Grünem Star stehen heute zahlreiche operative Verfahren zur Verfügung. Welcher Eingriff wann geeignet ist und auch mit einer Operation des Grauen Stars kombiniert werden kann, berichtet eine Expertin der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG).

  • SightCity 2026: Frische Impulse für barrierefreie Lösungen

    Die Hilfsmittel-Messe SightCity gilt als internationaler Treffpunkt für Interessenten, die sich mit Themen wie Sehbehinderung, Low Vision und Barrierefreiheit befassen. Die kommende Ausgabe verspricht wieder ein volles Programm mit Vorträgen, praktischen Services und hybriden Angeboten.

  • DOG: Erhöhtes Risiko einer Netzhautablösung bei Myopie

    Lichtblitze, Schlieren, Schatten oder verschwommene Objekte, die plötzlich im Blickfeld auftauchen: Die Diagnosestellung bei einer Netzhautablösung kann eine Herausforderung sein. Welche Faktoren neben einer vorliegenden Myopie noch das Risiko erhöhen, dass sich die Netzhaut nach Rissen ablöst, erklärt die Stiftung Auge.