Anzeige
CooperVision (Banner)

BVA: Hygiene für Kontaktlinsen-Träger ist Pflicht

Hygiene bei Kontaktlinsen
Sorgfältige Hygiene hat oberste Priorität für Kontaktlinsen-Träger. Bild: Pixabay/Gedesby1989

Anwendungsfehler erhöhen das Risiko für Augeninfektionen

Kontaktlinsen sind beliebte Sehhilfen, die unauffällig sind, nicht beschlagen und für scharfe Sicht sorgen. Die Voraussetzung für ungetrübten Durchblick ist allerdings, dass einige Regeln befolgt werden. Darauf weist Dr. Oliver Hoppe hin, der Leiter des Ressorts Kontaktlinsen im Berufsverband der Augenärzte. Er rät dringend zu sorgfältiger Hygiene und regelmäßigen augenärztlichen Kontrolluntersuchungen.

Anwendungsfehler bei Kontaktlinsen steigern das Risiko für Infektionen der Hornhaut mit Bakterien, Pilzen oder Akanthamöben, die selten auch zu bleibenden Schäden an der Hornhaut führen können. In schweren Fällen kann eine Hornhauttransplantation notwendig werden, um der Infektion Herr zu werden; in extremen Fällen droht sogar der Verlust des Sehens. Die Erreger gelangen meist mit der Kontaktlinse auf das Auge. Unter der Kontaktlinse sind sie davor geschützt, beim Schließen der Augenlider weggewischt zu werden, so können sie ins Hornhautgewebe eindringen.

Zwei bis vier von 10.000 Kontaktlinsenträgern erleiden jährlich eine mikrobielle Hornhautentzündung (Keratitis), bei einem von knapp 20.000 entstehen dadurch bleibende Schäden. Vor allem Träger flexibler (weicher) Kontaktlinsen sind bei mangelhafter Hygiene gefährdet, betont Dr. Hoppe.

Zunehmende Zahl von Patienten mit Akanthamöben-Keratitis

Sehr selten, aber doch mit zunehmender Tendenz wird eine durch Akanthamöben verursachte Keratitis beobachtet. Zuletzt wurde über eine steigende Zahl an Patienten berichtet, die sich mit einer solchen durch Einzeller verursachten Infektion im Moorfields Eye Hospital in London vorstellten.

Anzeige
Essilor (Banner)

Waren es in den Jahren 2000 bis 2003 jährlich lediglich 8 bis 10 Fälle, so mussten zuletzt bis zu 65 Patienten pro Jahr behandelt werden. Eine Akanthamöben-Keratitis kann zu Hornhautgeschwüren und zu Sehverlust führen. Akanthamöben kommen im Trinkwasser vor und können ins Auge gelangen, wenn man beispielsweise die Kontaktlinsen im Auge lässt, während man duscht, schwimmt oder wenn man die Kontaktlinsen mit Leitungswasser reinigt statt mit den empfohlenen Reinigungslösungen.

Vermeiden, dass Erreger ins Auge geraten

Dr. Hoppe rät im Umgang mit Kontaktlinsen unbedingt zu sorgfältiger Hygiene. Folgende Regeln würden helfen, rote Augen, Schmerzen oder sogar bleibende Schäden zu vermeiden:

  • Bevor man die Kontaktlinsen anfasst, ist gründliches Händewaschen angesagt.
  • Für jeden Kontaktlinsentyp, ob formstabil oder weich, gibt es passende Hygienesysteme. Deren Gebrauchsanweisung sollte man in Ruhe genau lesen und befolgen.
  • Die Hygienesysteme für formstabile Linsen sind nicht für weiche Kontaktlinsen geeignet und umgekehrt – darauf sollte man achten.
  • Ebenso sollte man nur Aufbewahrungslösungen verwenden, die für den getragenen Linsentyp geeignet sind.
  • Auf keinen Fall darf man die Hygienesysteme mischen.
  • Zum Abspülen der Linsen vor dem Einsetzen ins Auge ist eine sterile Kochsalzlösung zu verwenden.
  • Der Behälter für Kontaktlinsen muss ebenfalls regelmäßig desinfiziert werden und zudem alle drei bis sechs Monate ausgetauscht werden.
  • Sind die Augen gereizt, gönnt man ihnen eine Pause von den Kontaktlinsen. Bei hartnäckigen Beschwerden sollte man eine Augenarztpraxis aufsuchen.

Quelle: BVA

Anzeige
CooperVision (Banner)

Ähnliche Beiträge

  • Euclid Vision Group: Panzieri nun Leiter Professional Affairs

    Die Euclid Vision Group gibt die Beförderung von Tommaso Panzieri zum Head of Professional Affairs für die EMEA-Region bekannt. Panzieri kann auf eine mehr als 20-jährige Erfahrung in der Augengesundheit zurückblicken, davon acht Jahre in kundenorientierten Funktionen beim Kontaktlinsenanbieter Mark’ennovy.

  • Hecht: Beteiligungsgesellschaft wird neuer Eigentümer

    Die seit 46 Jahren inhabergeführte Hecht Contactlinsen GmbH aus Au bei Freiburg hat einen achtmonatigen Prozess abgeschlossen: Künftig gehört der deutsche Hersteller von maßgefertigten, formstabilen und weichen Kontaktlinsen mehrheitlich zu Novum Capital, einem inhabergeführten Beteiligungsunternehmen aus Frankfurt am Main.

  • Falco: Myopie-Management und Keratokonus-Versorgung erweitert

    Der Schweizer Kontaktlinsenspezialist Falco richtet seine Ausrichtung stärker auf Myopie‑Management und Speziallinsen aus. Neue Ortho‑K‑Konzepte, ein erweitertes Angebot für Keratokonus sowie aktualisierte Sklerallinsen‑Designs stehen dabei im Fokus.

  • Perfekt unperfekt

    Augenoptiker sind Fachmänner und Fachfrauen auf dem Gebiet der Versorgung mit den unterschiedlichsten Sehhilfen. Sie streben nach Perfektion – und machen sich das Leben oft unnötig schwer! Beim Anpassen von Kontaktlinsen schafft schon die richtige Kommunikation mit den Kunden durch eine bildliche, vergleichende Wortwahl klare Eindrücke und Vertrauen.