CBM: Ärztin kämpft gegen Erblindung bei Frühgeborenen
Weltfrühgeborenentag am 17. November rückt Risiken in armen Regionen in den Fokus
Babys, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden, haben ein erhöhtes Risiko für Netzhautschäden. In Deutschland ist die medizinische Versorgung gut, in ärmeren Ländern wie Guatemala fehlt sie oft. Dort engagiert sich Augenärztin Dr. Ana Lucía Asturias in einem Projekt der Christoffel-Blindenmission (CBM), um Frühgeborene vor Erblindung zu schützen.
Die Krankheit Frühgeborenen-Retinopathie betrifft ausschließlich Frühchen, deren Netzhaut bei der Geburt noch nicht vollständig entwickelt ist. Ohne rechtzeitige Diagnose können sich Blutgefäße fehlerhaft ausbilden, was zur Erblindung führt. Regelmäßige Netzhautuntersuchungen sind entscheidend, doch in ländlichen Regionen fehlen Ausstattung und Fachkräfte.

Screening und Telemedizin als Schlüssel zur Vorsorge
Asturias hat ein Vorsorgeprogramm aufgebaut, das inzwischen 15 von 43 staatlichen Krankenhäusern in Guatemala einbindet. Mit Telemedizin werden Netzhautfotos von Frühchen in abgelegenen Kliniken erstellt und per Ferndiagnose ausgewertet. Die Behandlung erfolgt meist durch Beobachtung, in schweren Fällen per Injektion oder Laser.
Asturias möchte erreichen, dass kein Kind mehr durch Retinopathie erblindet. Ihr Engagement zeigt, wie digitale Lösungen und gezielte Vorsorge die Chancen für Frühgeborene verbessern können.
